Richard Joerges am 31. August 2010

Das “Qualitätsmedium” Süddeutsche.de hat sich wieder einmal selbst übertroffen und entdeckt die “Renaissance des Notizbuchs“. Der Vorspann zum besagten Artikel liest sich so:
Gegen seelenloses Tastaturgeklicke: Handgeschriebenes wird wieder zum analogen Ereignis, das Notizbuch ist zurück. Und sorgt für erotischen Größenwahn unter seinen Liebhabern.
Äh, nun ja… Irgendwie habe ich in den letzten Meetings den “erotischen Größenwahn” verpasst. Statt dessen waren viele Zusammentreffen ebenso öde wie immer, manche immerhin unterhaltsam und einige sogar richtig produktiv. Größenwahn (”ach was, der Termin ist noch zu halten”) gab es auch, nur am erotischen Moment mangelte es. Meistens. Und das, obwohl nahezu jeder ein – Sie ahnen es – Notizbuch vor sich liegen hatte und es auch verwendete.
Nun zähle ich mich trotz meines Alters durchaus zu den so genannten Digital Natives, die gerne mit allen möglichen digitalen Gerätschaften hantieren und im sozialen Web aka Twitter und Facebook ihre Spuren hinterlassen. Aber ganz ehrlich, ich bin noch nie auf die Idee gekommen mein Notizbuch durch irgend etwas Digitales zu ersetzen. Warum auch?
Tags: Know-how, Knowledge-Management, Tools, Werkzeuge
Richard Joerges am 25. August 2010
Gute Mitarbeiter produzieren gute Ideen am laufenden Band. Und so kommt es, dass sich eine Projektidee nach der anderen auftürmt, mit dem Ergebnis, dass man knietief in angefangenen und halbherzig betriebenen Projekten steckt, aber letztendlich nichts substantielles auf den Weg bringt. Eine gute Projekt-Evaluation bzw. Bewertung tut also not um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Jetzt werden Sie sagen, dass ist doch ganz einfach: Man muss lediglich den potentiellen Gewinn dem Ressourcen-Einsatz gegenüberstellen und schon weiß mann, welches Projekt sich lohnt und welches man besser aufs Abstellgleis schiebt. Aber so einfach ist das nun auch wieder nicht, vor allem dann, wenn es nur Projektskizzen ohne fundierte Kalkulationen gibt. Und dafür wiederum Zeit zu investieren, nur um das Projekt hinterher doch zu verwerfen ist unter Umständen vergeudete Zeit und damit herausgeschmissenes Geld.
Nun gibt es diverse Tools und Verfahren um den potentiellen Projekterfolg abzuschätzen. Von der einfachen Überschlagskalkulation über diverse Checklisten bis zur SWOT-Analyse. Alternativ gibt es aber auch ein praktisches Online-Tool der Unternehmensberater von Forrester-Research: HERO Project Effort-Value Evaluation.
In diesem Tool müssen Sie lediglich ein paar Fragen zu Aufwand und potentiellem Vorteil bzw. Gewinn beantworten und schon gibt es eine Einschätzung. Für eine schnelle Bewertung reicht das kleine Online-Programm allemal. Ich hab das mal mit einem fiktiven Projekt “Marketing 2.0″ durchgespielt und habe immerhin die Bewertung “Cool Idea” erhalten.
Tags: Aufwandsschätzung, Erfolg, Projektbewertung
Richard Joerges am 12. August 2010
Vor nicht all zu langer Zeit habe ich hier auf MacPM auf die Motivationstheorie von Maslow verwiesen. Es ging dabei darum, dass finanzielle Anreize nur so lange eine wesentliche Motivation sind, bis die Grundbedürfnisse gedeckt sind. Danach werden andere Faktoren, etwa die soziale Anerkennung und Selbstbestimmung immer wichtiger.
Jetzt bin ich auf eine wunderbare Infografik zur Maslowschen Bedürfnispyramide gestoßen. Einen kleinen Ausschnitt daraus sehen Sie hier unten, die ganze Grafik wird sichtbar, wenn Sie das Bild anklicken.
Und was lernen wir daraus? Ganz klar, auch Roboter haben Bedürfnisse…
Tags: Motivation, Unternehmensführung, Wissen
Antoni Cherif am 11. August 2010
Am Donnerstag den 23. September findet in der Landeshauptstadt eine Merlin-Schulung statt. Direkt an der Königsallee werden Sie in angenehmer Atmosphäre geschult. Es sind noch einige Plätze frei!
Da die Größe einer Schulung begrenzt ist, empfehlen wir Ihnen sich schnell zu entscheiden. Ihre Buchung oder Fragen zur Schulung senden Sie bitte an sales@merlin2.net.
Tags: Düsseldorf, Merlin, Schulungen
Antoni Cherif am 5. August 2010

Die neue Merlin iPhone-Version 1.1 kommt mit einer Überarbeitung für das iPhone 4 und das iPad. An der Bedienung des mobilen Merlin ändert sich nichts. Die neue Version ist für das Retina Display des iPhone 4 optimiert und für das große Display des iPad angepasst.
Merlin iPhone kann kostenlos direkt vom Apple App Store heruntergeladen werden. Mit der Aktualisierung unterstützt Merlin iPhone alle Modelle des iPhones, iPod touchs und iPads. Mehr Informationen befinden sich direkt auf der Produktseite.
Tags: iPad, iPod touch, Merlin iPhone, Retina Display
Richard Joerges am 4. August 2010
Vor geraumer Zeit schon habe ich die Pomodoro-Methode für das persönliche Zeitmanagement vorgestellt. Bekanntlich bin ich ja kein großer Fan der diversen Zeitmanagement- und Selbstorganisations-Verfahren. Aber wenn es denn sein muss, dann empfehle ich die äusserst simple “Tomaten-Technik”. In meinen Augen kann so etwas unorganisierten Menschen mehr helfen, als beispielsweise GTD.
Zentrales Arbeitsmittel bei der Pomodore-Methode ist ein Timer, mit dessen Hilfe der Tag in kurze Arbeits- und Zeiteinheiten unterteilt wird. Und was wäre besser, als das iPhone für diese Aufgabe geeignet? Genau, eine Pomodoro-App im Steampunk-Outfit. Das kleine, aber nützliche Programm kann alles, was der Pomodoro-Anwender braucht. Eine kurze, sehr schön gemachte Einführung in die Technik, einen Timer und eine Aufgabenliste. Was will man mehr…
Tags: GTD, iPhone OS, Pomodoro, Zeitmanagement
Frank Blome am 29. Juli 2010
In unserer regulären Softwarewartung haben wir Merlin, Merlin Web und Merlin Server auf die Version 2.7.7 aktualisiert. Dies sind die Änderungen:
Tags: Merlin, Merlin Server, Merlin Web, Versionsinformation
Richard Joerges am 12. Juli 2010
Mein letzter Blog-Beitrag über den “Anfang vom Ende von Scrum” hat einige bemerkenswerte, meistens zustimmende Reaktionen hevorgerufen. Danke für die vielen, fundierten Wortmeldungen. Besonders interessant finde ich den Kommentar von Dave Prior, dem ProjectWizards-Statthalter in den USA. Er sagt, dass das mit Scrum so ähnlich ist, wie das Entdecken ein tollen Indie-Band, die man nicht mehr so richtig genießen kann, nachdem sie vom Mainstream entdeckt und populär geworden ist. Der Reiz des Besonderen ist weg und dann fangen die Diskussionen und das Infragestellen an (meine Interpretation).
Aber zurück zum agilen Projektmanagement: Mir gefällt Daves Einwand sehr gut, dass ja gerade das tolle an Scrum & Co. ist, dass es eben so viele Diskussionen darum gibt. Zu Recht fragt er, wann beispielsweise das letzte mal über den “kritischen Pfad” im traditionellen Projektmanagement diskutiert wurde? Stimmt! Man kann Dave auf jeden Fall zustimmen, dass Scrum und die anderen agilen Methoden so lange lebendig sind. so lange sie mit solcher Vehemenz diskutiert werden.
Nichts desto trotz bleibe ich bei meiner Meinung, dass man versuchen sollte die Lehre rein zu halten, was keines Wegs heißt, dass man sie nicht weiterentwickeln darf. Im Gegenteil. Nur sollte man die initiale Idee eben nicht verraten.
Klar ist jedenfalls, dass wir an diesem Thema dran bleiben.
Tags: Agiles Projektmanagement, Innovation, Scrum
Richard Joerges am 6. Juli 2010
Boris Gloger, Scrum-Promoter und Berater der ersten Stunde, hat auf seinem Blog einen lesenswerten Beitrag über die (negative) Entwicklung rund um das agile Management bzw. Projektmanagement veröffentlicht. Ich bin auf den Beitrag sofort angesprungen, weil Boris gleich zu Beginn meinen Lieblingsautor in Sachen Wirtschaftbücher zitiert, nämlich Tom Peters. Ich finde dessen Bücher “Re-Imagine” und “The Circle of Innovation” nach wie vor mit das Beste, was es zu diesem Thema auf dem Markt gibt. (Tipp: unbedingt auf Englisch lesen! Deutsch funktionieren diese Bücher nicht.)
Aber zurück zu Scrum: Boris sagt, und da bin seiner Meinung:
Wir haben ein Problem. Scrum wird selbst zum Establishment.
Und weiter:
Was ist passiert, dass plötzlich Mike Cohn in einem seiner letzten Posts schreibt, dass Stundenschätzungen vollkommen in Ordnung seien. Ich meine, wir versuchen seit Jahren von dem Fluch der Aufwandsschätzungen weg zu kommen.
In der Tat, Scrum und Co. scheinen mir auf dem Weg zu sein, ihre Wurzeln zu verraten. Anstatt, dass Unternehmen den Wert dieses wertvollen und vielfach erprobten Tools erkennen und sich darauf – aller Ängste zum Trotz – einlassen, versuchen einige Wortführer Scrum an den Mainstream, sprich die vermeintlichen Bedürfnisse traditionell gesteuerter Unternehmen, anzupassen und es dabei arg zu verbiegen. Dabei ist ja der Witz einer agilen Methode gerade der, dass sich eben nicht jedes Projekt von Anfang an in Zahlen pressen oder penibel planen lässt.
Ich bin der Meinung, dass dieses “Alles planen wollen” genau das ist, woran speziell die deutsche Wirtschaft krankt. Wir haben hier kein Apple, kein Google, kein Facebook, noch nicht einmal eine innovative und damit weltweit erfolgreiche Film-Industrie, weil wir unsere Fachleute nicht einfach machen lassen wollen. Statt dessen wird versucht alles von A bis Z zu planen, mit dem Ergebnis, dass sowohl Innovation, als auch (Produkt-)Emotion auf der Strecke bleiben.
Vollkommen richtig konstatiert Boris:
Scrum ist das einzige mir bekannte Werkzeug, das uns dabei hilft, die humanistischen Ideen darüber, wie Menschen in modernen Organisationen arbeiten sollten, in die Organisationen zu tragen. Scrum ist daran orientiert, worum es geht: Leistung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Womit wir wieder einmal bei einem meiner Lieblings-Themen, nämlich der Motivation gelandet wären.
Tags: Agiles Projektmanagement, Innovation, Scrum
Richard Joerges am 29. Juni 2010
Der Erfolg eines Projektes hängt maßgeblich von der Zusammensetzung der beteiligten Teams ab. Was aber, wenn es genau daran hapert? Ein wunderbares und sehr unterhaltsames Beispiel dafür, liefert der ehemalige BMW-Chefdesigner Chris Bangle in seiner Präsentation auf der TED-Conference 2002.
Als Designer ist er durchaus nicht unumstritten. Immerhin hat er den 7er BMW mit dem unsäglichen Rucksackheck zu verantworten. Auf der anderen Seite hat er auch ein paar echte Design-Highlights geliefert (Fiat Coupe, Mini, Range Rover) und so ganz nebenbei ist BMW unter seiner Ägide zu einem der weltweit erfolgreichsten Luxus-Wagen Hersteller avanciert. Als er Anfang 2009 BMW verließ, übernahm einer seiner Schüler, nämlich Adrian van Hooydonk das Design-Zepter beim bayerischen Autohersteller.
Zurück zur Präsentation von Chris Bangle. Im rund zwanzigminütigen Video spricht er zunächst über die Kunst des Autodesigns. Ab etwa der Hälfte stellt er dann das Projekt “Deep Blue” vor. Dabei sollte, wir schreiben das Jahr 1996, der amerikanische SUV neu definiert werden. Was später daraus geworden ist, kennen wir übrigens als BMW X5.
Der springende Punkt dabei: Es wurden zwei Teams auf die Aufgabe angesetzt. Ein Designer-Team, das in die USA geschickt wurde und ein Ingenieurs-Team, das von München aus an dem Projekt arbeitete. Nach drei Monaten sollten sich dann die beiden Gruppen zusammensetzen und gemeinsam ihre Ideen und Visionen vor dem Management präsentieren. Das ging dann aber zunächst gründlich schief. Der Grund: Ingenieure waren es gewöhnt, Probleme zu lösen, die von Designern aufgeworfen wurden. Doch die warfen zunächst Nichts. Statt dessen sollten die Ingenieure selbst ihre Probleme schaffen…
Wie das ganze dann doch noch gut ausgegangen ist, zeigt das sehr unterhaltsame Video:
Tags: Personalführung, Team