5 Fragen zum Projektmanagement
an Kathrin Lamm
In der Kaffeeküche

Nach langer Zeit mal wieder ein kurzer Stopp in der Kaffeeküche. Wir tauschen uns unter Kollegen aus. So verstehen wir unsere „5 Fragen an“-Artikelserie, in der wir erfahrene Projektmanager zu ihren Best Practices befragen.
Heute sprechen wir mit Kathrin Lamm, erfahrene Projektmanagerin, zertifizierte Merlin Project Trainerin und ausgebildete Coach.
Seit Anfang der 2000er ist sie als Projektmanagerin im Digital-Marketing auf Agentur- und Kundenseite tätig. In der Zeit hat sie zahlreiche Projekte verschiedenster Größenordnung umgesetzt – von der Einführung diverser Online-Shops mittelständischer Unternehmen bis zum Relaunch internationaler Marken-Websites.
Seit 2013 trainiert sie sowohl Teams als auch Einzelpersonen in Merlin Project. Als seit 2018 zertifizierte Transfer Designerin hat sie bei ihren Trainings natürlich vor allem eins im Blick: das Ergebnis für den Arbeitsalltag der Teilnehmenden.
1. Was ist Deine bevorzugte Projektmanagement-Methode?
Ich arbeite selten strikt nach einer Methode, außer es ist von einem Auftraggeber so vorgegeben. Am liebsten kombiniere je nach Projekt. In vielen Fällen ist es eine Mischung aus klassischem Projektmanagement und agilen Elementen. Gerade bei komplexeren Projekten starte ich gern mit einer klaren Struktur und Planung – und Räume für Anpassungen ergeben sich dann im Projektverlauf. Was mir wichtig ist: Die Methode muss zum Projekt und zu den Menschen passen, nicht umgekehrt. Insbesondere die agile Methode wurde in den letzten Jahren oft Projekten aufgezwängt, die klassisch besser organisiert hätten werden können, meiner Einschätzung nach.
2. Setzt Du für größere Projekte Software ein und falls ja, welche?
Ja, auf jeden Fal - auch für kleinere Projekte. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Merlin Project – und schule die Software auch :-) Für mich ist das ein unverzichtbares Tool im Projekt-Alltag, gerade wenn es um strukturierte Planung, Abhängigkeiten und realistische Zeitpläne geht. Wichtig ist mir immer, dass alle Beteiligten gut damit arbeiten können – dank der verschiedenen Exportmöglichkeiten von Merlin Project gelingt das wunderbar. Bei Auftraggebern gibt es oft Software, die viele Funktionalitäten abbildet, die in dem Unternehmen benötigt werden. Mich da dann schnell einzuarbeiten, ist zu einer wichtigen Fähigkeit geworden. Meistens vermisse ich aber dann schnell Merlin Project.
3. Was ist Dein Lieblingsritual im Projekt?
Den Menschen Raum geben. Individuelle Bedürfnisse sind extrem wichtig, damit ein Projekt gut läuft und werden manchmal übersehen. Ich nehme mir gern bewusst Zeit, um regelmäßig mit den Projektbeteiligten zu sprechen. Daraus ergeben sich häufig wichtige Learnings und richtungsweisende Erkenntnisse. Ein Team-Kaffee kann so ein Ritual sein, das insbesondere in Zeiten von Homeoffice nicht zu kurz kommen sollte.
4. Was ist aus Deiner Sicht einer der meistunterschätzten Faktoren für den Projekterfolg?
Klarheit. Nicht nur in der Planung, sondern auch in der Kommunikation. Viele Probleme entstehen nicht durch fehlendes Können, sondern durch unterschiedliche Erwartungen und nicht verständlich erfasste Anforderungen. Das sehe ich übrigens auch in meiner Rolle als Schwimmtrainerin: Wenn die Anweisungen an meine Schüler*innen klar sind, gelingt die Umsetzung einfach. Hier ist es entscheidend die richtigen Worte zu finden und eine Sprache zu sprechen, die beim Gegenüber auch klar ankommt. Im Wasser wie vorm Rechner entscheidend.
5. Was ist Dein größter Zeitkiller?
An der Frage zuvor anschliessend: Unklare Entscheidungen. Wenn Dinge nicht sauber entschieden oder immer wieder aufgeschoben werden, zieht sich das durch das ganze Projekt und kostet unnötig Zeit und Ressourcen.
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