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Die 7 Stadien des Gruppen-Mind-Mapping-Prozesses

So konzipieren Sie Ihr Projekt umfassend und überschaubar

Gruppen-Mind-Map

Dieser Artikel behandelt die Entwicklung einer Gruppen-Mind-Map im Rahmen der Mind-Mapping-Methode nach Tony Buzan. Durch das Erstellen von Gruppen-Mind-Maps können mehrere Einzelpersonen ihre individuellen kreativen Fähigkeiten vereinen und vervielfältigen. Verwenden Sie Gruppen-Mind-Maps zum Beispiel, um in der Gruppe Probleme zu lösen und zu analysieren, Projekte zu planen und durchzuführen. Auf das Projektmanagement in der Gruppe wird hier näher eingegangen.

Der Gruppen-Mind-Mapping-Prozess verläuft in sieben Hauptstadien:

  1. Definition des Gegenstandes
  2. Individuelles Brainstorming
  3. Kleingruppendiskussion
  4. Erstellung einer ersten multiplen Mind-Map
  5. Inkubationsphase
  6. Zweite Überarbeitung und Revision
  7. Analyse und Entscheidungsfindung

Definition des Gegenstandes

Formulieren Sie das Thema klar und eindeutig, legen Sie die Ziele fest und geben den Mitgliedern der Gruppe alle relevanten Informationen, die sie für ihre Überlegungen benötigen.

Individuelles Brainstorming

Jedes Gruppenmitglied sollte mindestens eine Stunde lang eine Blitz-Mind-Map erstellen, überarbeiten und berichtigen. Bei dieser Blitz-Mind-Map sollten die Hauptäste oder die GOI (Grundlegenden Ordnungsideen) sichtbar werden. Diesen Schlüsselbegriffen können Sie viele andere Begriffe unterordnen. Man kann sie als die Kapitelüberschriften sehen, die Sie verwenden würden, wenn Sie ein Buch über das bestimmte Thema schreiben möchten.

Zum Anlegen Ihrer Blitz-Mind-Map zeichnen Sie am besten ein stimulierendes Zentralbild oder schreiben Ihre zentrale Idee mittig auf ein großes unliniertes Blatt. Von dort aus lassen Sie jede Ihrer Ideen, die Ihnen zum Thema in den Sinn kommen, in Form von Ästen ausstrahlen. Lassen Sie Ihre Ideen so schnell wie möglich aus Ihrem Kopf herausströmen. Dafür sollten Sie nicht länger als zwanzig Minuten benötigen. Wenn Sie unter Zeitdruck arbeiten, befreien Sie Ihr Gehirn von seinen gewohnten Denkmustern und fördern zugleich neue, oft absurd erscheinende Eingebungen. Auf diese sollten Sie sich unbedingt einlassen, da sie mit herkömmlichen, einschränkenden Gewohnheiten brechen und sich dadurch neue Perspektiven erschließen.

Nachdem Sie Ihre Blitz-Mind-Map erstellt haben, machen Sie eine kleine Pause, um Ihr Gehirn zur Ruhe kommen zu lassen. Integrieren Sie nach und nach Ihre bisher erzeugten Ideen. Dann fertigen Sie eine neue Mind-Map an, in der Sie die Hauptäste oder GOI ausmachen, verbinden und kategorisieren. Bauen Sie Hierarchien auf, entdecken Sie neue Assoziationen und betrachten Sie alle Ihre Ideen im Kontext der gesamten Mind-Map neu.

Wenn Sie Ihre Mind-Map ein erstes Mal überarbeiten, bemerken Sie eventuell ähnliche oder sogar identische Begriffe. Dabei handelt es sich in der Regel nicht um reine Wiederholungen, sondern die Begriffe unterscheiden sich grundlegend darin, dass sie sich an verschiedene Zentraläste Ihrer Mind-Map binden. Diese Ideen sind sogar sehr wichtig, da sie sich tief in Ihrem Wissenspeicher verbergen und offensichtlich jeden Aspekt Ihres Denkens beeinflussen. Sie sollten diese Begriffe bei ihrem zweiten Erscheinen unterstreichen, beim dritten Auftauchen mit einer geometrischen Figur hervorheben und bei einem möglichen vierten Erscheinen dreidimensional einrahmen, um ihre Wichtigkeit zu verdeutlichen. Indem Sie diese in Beziehung stehenden dreidimensionalen Begriffe auf Ihrer Mind-Map verbinden, können Sie ein neues geistiges Gerüst schaffen, das wiederum zu neuen ungewöhnlichen Assoziationen führen kann. Eine neue, am Rand Ihrer Mind-Map entdeckte und häufiger auftauchende Idee, wird vielleicht zum neuen Mittelpunkt eines noch weiter entwickelten Konzepts.

Kleingruppendiskussion

Die Gruppe teilt sich nun in Kleingruppen von drei bis fünf Teilnehmern auf. Innerhalb jeder Kleingruppe tauschen die Mitglieder ihre Ideen untereinander aus und fügen die Ideen der anderen zu ihren eigenen, individuellen Mind-Maps hinzu. Setzen Sie hierfür eine Stunde fest. Wichtig ist, dass alle eine absolut positive, akzeptierende Haltung einnehmen, so dass jede Idee von allen Mitgliedern unterstützt und angenommen wird. Eine ursprünglich dumm oder unbedeutend erscheinende Idee kann sich nämlich in der weitergeführten Assoziationskette als eine grundlegende Einsicht herausstellen.

Erstellung einer ersten multiplen Mind-Map

Verwenden Sie für die Aufzeichnung der grundlegenden Struktur der ersten multiplen Gruppen-Mind-Map eine sehr große Leinwand. Einigen Sie sich auf Farben- und Formencodes, um klare und fokussierte Gedanken sicherzustellen. Wählen Sie Grundlegende Ordnungsideen als Hauptäste aus und zeichnen Sie ALLE diese Ideen in die Mind-Map ein. Dabei bewahrt die Gruppe ihre uneingeschränkt positive Einstellung, wie zuvor in den Kleingruppen.

Inkubationsphase

Beim kreativen Mind-Mapping ist es entscheidend, die Mind-Map wirken zu lassen. Im übertragenen Sinne bedeutet Inkubation das unbewusste Ausbrüten von Ideen in einer Entspannungsphase nach intensivem Denken. Legen Sie als Gruppe eine Pause ein und entspannen sich. In Zeiten der Ruhe und Einsamkeit harmonisiert sich das Gehirn und stellt Verbindungen zwischen den bisher aufgenommenen Informationen her. Oft kommt dann eine plötzliche, kreative Eingebung.

Zweite Überarbeitung und Revision

Nach der Inkubationsphase muss die Gruppe Stadium 2, 3 und 4 wiederholen, um die Ergebnisse der neu durchdachten Ideen und integrierten Gedanken zu erfassen. Das heißt erneut individuelle Tempo-Mind-Maps anlegen, eine überarbeitete Mind-Map erschaffen, die die Hauptäste zeigt, Ideen austauschen, die Mind-Maps in Kleingruppen modifizieren und letztendlich eine zweite Gruppen-Mind-Map anfertigen. Zur Vorbereitung auf das Abschlussstadium vergleichen Sie die beiden großen multiplen Gruppen-Mind-Maps.

Analyse und Entscheidungsfindung

Die Gruppe trifft im letzten Stadium wichtige Entscheidungen, setzt Ziele, entwirft Pläne und überarbeitet die Mind-Map mit den Methoden der Entscheidungsfindung, auf die wir genauer in einem weiteren Artikel eingehen werden.

Im Projektmanagement bietet sich das Erstellen einer Gruppen-Mind-Map insbesondere beim Arbeiten im Projektteam oder bei der Projektplanung mit dem Auftraggeber an. Gruppen-Mind-Mapping ist eine ausgezeichnete Methode, um ein Projekt zu konzipieren. Sie hilft Ihnen, alle Ideen und potenziellen Aufgaben für Ihr Projekt zusammenzutragen und darzustellen, sowohl in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Projektteams, als auch mit den verschiedenen anderen Anspruchsberechtigten. Haben Sie alle Informationen gesammelt und in Ihrer Mind-Map nach Kategorien sortiert, erscheint das Projekt viel überschaubarer, da sie alle Aufgaben zeigt, die zur seiner Umsetzung notwendig sind.

Sie können Ihre Mind-Maps auch digital mit Hilfe von Mind-Mapping-Software erstellen, um sich so viel Zeit zu sparen. Wenn Sie Mind-Mapping im Projektmanagement einsetzen möchten, ist es aus vielen Gründen empfehlenswert, eine geeignete Software zu verwenden. Merlin Project ist eine professionelle Projektplanungs-Software für den Mac und liefert Ihnen die Antworten auf alle Fragen zu Planung, Steuerung und Kontrolle Ihrer Projekte. Die in Merlin Project integrierte Mind-Map ist systematischer Natur, was hier bedeutet, dass sie speziell für das methodische Arbeiten in Projekten konzipiert ist. Erstellen Sie den hierarchischen Aufbau Ihres Projekts als Mind-Map und Merlin Project überträgt Ihre Eingaben automatisch in bspw. den Projektstrukturplan.

Geschrieben von Julia Meiling am 23. August 2018 unter Projektmanagement
Tags: mind-map

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