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Blog

5 Fragen zum Projektmanagement
an Harald Zuber

In der Kaffeeküche

Harald Zuber

Kurz vor dem Wochenende machen wir einen kleinen Stopp in der Kaffeeküche und tauschen uns unter Kollegen aus. So verstehen wir unsere „5 Fragen an“-Artikelserie, in der wir erfahrene Projektmanager zu ihren Best Practices befragen.

Heute treffen wir Harald Zuber. Er ist Portfolio Manager bei der Deutschen Bahn und seit mehr als einer Dekade im Projektgeschäft aktiv.

1. Herr Zuber, was ist Ihre bevorzugte Projektmanagement-Methode?

Gesunder Menschenverstand. Methoden und Vorgehensmodell richten sich bei mir nach den einzelnen Vorhaben und dem Team, das ich habe. Dabei kommen wir derzeit häufig dazu, dass wir gute Ideen aus klassischem und agilem Vorgehen so mischen, dass es fürs Team passt und über Inspect & Adapt unsere Arbeit im Team dennoch stetig verbessern.

Ich bevorzuge es, mit Erwachsenen zu arbeiten, die anhand des individuellen Setups eines Projekts miteinander die Köpfe zusammenstecken und pragmatisch miteinander eine initiale Aufstellung vereinbaren, die iterativ verbessert wird – als mit Menschen, eine von Ihnen bevorzugte Methode jedem Thema überstülpen.

Menschen sind wichtiger als Methoden. Habe ich die Chance, mir ein gutes Team zusammenzustellen, und habe ich ein gemeinsames Verständnis der Aufgabe, ist die Methode nachrangig.

2. Setzen Sie für größere Projekte Software ein und falls ja, welche?

Microsoft Excel – the second best tool for everything :-)
Microsoft SharePoint – Schwerpunkt Datenablage, Kalender
Microsoft Project – falls man doch mal was größeres zu planen hat
Cisco Jabber / Slack – Kommunikation für kurze Fragen im Team

3. Was ist Ihr Lieblingsritual im Projekt?

Ein monatliches gemeinsames Team-Abendessen bewirkt Wunder für die Stimmung und das Miteinander im Team.

Ehrlich gesagt liebe ich es am meisten an neuen Problemen zu knobeln und die richtigen Verbündeten zu finden und zu motivieren, mit mir ein Projekt zu machen. Gerade ganz am Anfang lade ich gerne kluge Köpfe zu einem „Lagerfeuer” ein um mich mit Ihnen zu beratschlagen, wie man ein Thema angehen kann, das bei uns noch niemand gemacht hat.

Im Jour Fixe frage ich gerne: „Wie geht es Dir/Euch gerade?” und bekomme darüber viel öfter einen Eindruck, wo es gerade hängt, als über jedes andere Format.
 
4. Was ist aus Ihrer Sicht einer der meistunterschätzten Faktoren für den Projekterfolg?

- Soft Skills: Der Umgang mit Menschen ist weit wichtiger als jede Fachlichkeit

  • Erwartungsmanagement
  • Kommunikation
  • Transparenz über alle „Übergabepunkte” und die gegenseitigen Anforderungen an die Deliverables
  • Gemeinsame Klarheit aller Beteiligten über das gleiche Vorhaben (gibt es seltener als man annehmen würde)
  • Transparenz zu Problemen im Projekt
  • Offenheit und Fehlerkultur im Unternehmen

5. Was ist Ihr größter Zeitkiller?

  • Bürokratie, Administration, Mails. Es fühlt sich nie an, als würde ich etwas Produktives tun.
  • Auftraggeber, Führungskräfte und Mitarbeiter ermahnen müssen, ihre vereinbarten Zusagen auch einzuhalten.
  • Jobs anderer Leute machen, bei denen ich die Hoffnung aufgegeben habe, dass sie ihre Deliverables noch abliefern.

Vielen Dank für Ihre Zeit und viel Erfolg im nächsten Projet.

Geschrieben von Paul Henkel am 2. März 2018 unter Projektmanagement
Tags: 5 fragen

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