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Blog

Eine kleine Geschichte der PM-Tools auf dem Mac

MacProject – Bildquelle: www.wikipedia.org

Meine berufliche Leidenschaft habe ich im Projektmanagement gefunden: Ich liebe es, neue Themen anzugehen, Teams aufzubauen und Projekte von der Idee bis in den Betrieb zu bringen. Dabei beschäftige ich mich zwangsläufig ständig mit der Frage, welche Tools sich am besten eignen, die Arbeit für mich und mein Team zu erleichtern. Da sich sowohl historisch als auch aktuell die schönsten Lösungen für Projektmanagement Software auf dem Mac entwickelt haben, habe ich einmal eine kleine Historie hierüber zusammengestellt - die gleichzeitig auch die Geschichte des (Apple) Computers nachzeichnet von seinen Anfängen bis heute.

Inhalt

Die Anfänge des Computers
Die ersten Computer für Privatanwender
Die Pionierin der Apple Projektmanagement Software
Die Entstehung von MacProject
Der Multiplikator der PM Software
Die Nachahmer: Microsofts PM-Tool
Erste unabhängige Spieler auf dem Markt der Projektmanagement-Applikationen
Konsolidierung des Marktes für Betriebssysteme
Die Folgen für den Markt der Mac Projektmanagement-Anwendungen
Die unterschiedlichen Ausrichtungen von Microsoft und Apple
Die neue Generation von Projektmanagement-Anwendungen

Die Anfänge des Computers

Aus meiner Sicht lässt sich der Beginn des Computerzeitalters in der US-Textilindustrie im 18. und 19. Jahrhundert verorten. Dort wurden Webstühle über Lochstreifensysteme so gesteuert, dass verschiedene Garne in unterschiedlichen Farben - je nach Information im Lochstreifen - gerade durch den Webstuhl geschossen wurden oder eben nicht. Es wurden also lange 0/1-Ereignisketten gebaut, die am Ende ein Stoffmuster erzeugten. Das gleiche Prinzip zog sich dann weiter über automatische Klaviere oder Drehorgeln bis es dann schon Ende des 19. Jahrhunderts in der US-Verwaltung für erste Aufgaben in der Datenverarbeitung genutzt wurde. Auf der Basis konnten Informationen auf Lochstreifen oder Lochkarten abgelegt und wieder abgerufen werden.

Die ersten Computer für Privatanwender

In den 1940er-Jahren konnten Maschinen dann auf Basis von Lochstreifen Berechnungen durchführen. Staatliche Einrichtungen, Universitäten und Konzerne begannen, komplexe Rechenmaschinen einzusetzen. In den 1960er-Jahren gab es die ersten schreibmaschinenartigen Tastaturen und Vorstufen von Bildschirmen. 1976 begann Apple damit zum ersten Mal Computer für den Einsatz zuhause auf den Markt zu bringen. Kurz darauf begann Xerox an einer grafischen Benutzeroberfläche zu arbeiten und auf ersten Geräten herauszubringen. Apple erkannte früh die Möglichkeiten und lizenzierte die Technik von Xerox, übernahm auch noch die neue Maus von Sun Microsystems und kombinierte all diese Ideen in der Produktentwicklung für Apple Lisa – die all dies zusammenbringen und Business Zielgruppen überzeugen sollte.

Die Pionierin der Apple Projektmanagement Software

Apple Lisa – Bildquelle: mac-history.net

Als Apple 1981 Informationen über die Produktentwicklung von Lisa veröffentlichte, wurde Debra Wilrett darauf aufmerksam, die bei HP beschäftigt war und sich über Probleme in der Planung von Projekten ärgerte. Sie erkannte, dass Lisa ihr die Möglichkeiten geben würde, die Probleme in ihrer Projektarbeit mit Hilfe einer grafischen Benutzeroberfläche zu lösen. Sie stellte ihre Idee dem Marketing von Apple vor. Dort wurde der Business-Nutzen erkannt. Man machte Debra ein Vertragsangebot und gab ihr ein Vorserienmodell von Lisa, damit sie loszulegen konnte. Debra machte sich daraufhin selbständig und begann die Entwicklung von Lisa Project. Apple Lisa erschien Anfang 1983 und die Anwendung LisaProject war direkt verfügbar.

Lisa Project war die erste Anwendung für Projektmanagement mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Die Hauptanwendung war die interaktive Erstellung eines PERT-Charts. PERT steht für Program Evaluation and Review Technique – im Deutschen meist als Ereignisknoten-Netzplantechnik bezeichnet. Damit war es möglich, Abhängigkeiten und Beziehungen zwischen einzelnen Arbeitspaketen einzutragen, aufzuzeigen und nachvollziehbar zu machen. Für jedes Arbeitspaket war sichtbar, welche Arbeitspakete vorher fertig sein mussten, damit die Arbeiten daran beginnen konnten. Außerdem konnten der kritische Pfad, ein Zeitplan, ein Ressourcenplan und auch eine Kostenplanung dynamisch erzeugt werden – und Zeitpläne konnten als Gantt Chart visualisiert werden. LisaProject überzeugte sogar die NASA, die zum größten Kunden der Software wurde.

Die Entstehung von MacProject

MacProject – Bildquelle: www.mac512.com

Insgesamt war Apple Lisa kein großer Erfolg bei den Business-Kunden beschert und wurde 1986 eingestellt. Apple änderte bereits im Laufe des Jahres 1983 seine Strategie und versuchte eine günstigere Variante von Lisa für den Heimbereich herauszubringen. Man entwickelte daraus den Apple Macintosh, der Anfang 1984 auf den Markt kam. Zum ersten Mal gab es einen Personal Computer neuer Art für den privaten Anwender mit Maus, Tastatur, Bildschirm und grafischer Benutzeroberfläche – anstatt einer Shell. Bei der Systemarchitektur blieb man weiterhin dem Lieferanten Motorola treu.

Apple setzte sich das Ziel neben Privatanwendern, die unter anderem über die Super Bowl Werbung 1984 aufmerksam gemacht wurden, doch noch bei Unternehmen zu landen. Dafür brauchte man Business Software. Apple bat Debra Wilrett ihre Software LisaProject auf den Mac zu portieren. Debra setzte den Wunsch um und aus LisaProject wurde MacProject.

1987 gründete Apple ein Spin-Off: Claris. Dort wurden alle Business-Anwendungen für den Mac gebündelt, so auch MacProject.

Der Multiplikator der PM Software

In den 1980er-Jahren war James Halcomb einer der gefragtesten Experten in der Methode des kritischen Pfades, die lange Zeit Synonym für Projektmanagement war. Er nutzte LisaProject und war begeistert. Mit der Verfügbarkeit günstiger Macs und MacProject fing er an, diese Technologie in seinen Seminaren einzusetzen und zu schulen. Er schrieb das Buch “Planning Big with MacProject”, das sich zu einem der gefragtesten Fachbücher für Mac Software entwickelte und seinen Lesern die Netzplantechnik, den kritischen Pfad und MacProject näherbrachte. Dies führte dazu, dass sich die Anwendung in den späten 1980ern zu dem Standard Tool für Projektmanagement entwickelte.

Die Nachahmer: Microsofts PM-Tool

Was etwas in Vergessenheit geraten ist: Microsoft entwickelte in den 1980ern auch maßgeblich Software für den Apple Macintosh. Bereits 1984 wurde Microsoft Project auf den Markt gebracht - seinerzeit basierend auf MS-DOS mit einer sehr einfachen zeilenbasierten-“shelligen” Oberfläche. Im direkten Vergleich war MacProject um Klassen eleganter und hilfreicher. 1990 wurde Project für die erste Windows-Oberfläche herausgebracht, womit erstmals eine echte grafische Oberfläche auf Microsoft Systemen Einzug hielt. 1991 portierte Microsoft dann Project auf den Mac und wurde damit direkt der große Konkurrent für Mac Project, das bis 1993 weiterentwickelt wurde.

Erste unabhängige Spieler auf dem Markt der Projektmanagement-Applikationen

AEC Software brachte 1987 ein neues Produkt auf den Markt: FastTrack Schedule. Im Gegensatz zu seinen Gegenspielern Claris und Microsoft handelte es sich bei AEC um eine sehr kleine Firma. Es gelang ihr Nischen für ihre Software zu finden und sich am Markt zu behaupten. Sie übersetzten das Tool in sechs Sprachen und ergänzten weitere Funktionen, die den anderen Anwendungen dieser Zeit fehlten, wie eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit mehrerer Nutzer an einer Planung, Portfolio Management, Workflows und ein Berichtswesen. Zudem wurde die Software sowohl für Microsoft als auch für Apple herausgebracht und die Dateien waren kompatibel. Projektmanager mit Mac und Projektmanager mit Windows konnten gemeinsam an den gleichen Dateien arbeiten.

Über die Jahre kamen weitere Anbieter für Projektmanagement Software auf dem Markt – Mitte der 1990er-Jahre waren bereits rund 30 unterschiedliche Produkte erhältlich.

Konsolidierung des Marktes für Betriebssysteme

In den 1980ern waren noch diverse Player auf dem Markt der PC-Plattformen und der Betriebssysteme unterwegs. Im Bereich der Betriebssysteme existierten neben Apple und Microsoft unter anderem IBM, DEC (Digital Equipment Corporation). Der Markt war in unterschiedliche Systemarchitekturen unterteilt.

Im Segment der IBM-kompatiblen Architekturen entwickelte Microsoft ein eigenes Unix-Derivat namens Xenix und brachte es 1980 auf den Markt. Mit dem Start der OS/2-Entwicklung verlor Microsoft allerdings das Interesse an Xenix, blieb den IBM-Architekturen allerdings treu und entwickelte MS-DOS als Betriebssystem. Als visuelles Frontend dafür kam 1985 Windows auf den Markt.

Seit den späten 1980er-Jahren setzen sich im Business-Bereich die IBM-Architekturen und Anwendungen durch. Damit begann der Siegeszug von Microsoft durch die Business-Welt. IBM selbst versuchte als Betriebssystem für seine Architektur OS/2 zu platzieren und erreichte einige Innovationen (z.B. 32-Bit-Architektur, Multitasking), die auch andere Hersteller aufgriffen – schaffte aber nie nennenswerte Marktanteile zu erringen.

In den 1990ern gab es noch verschiedene konkurrierende Anwendungen im Bereich der Büroanwendungen. Neben Microsoft Office waren Corel Wordperfect Suite, Lotus Smartsuite (Lotus geht später an IBM) und Star Office die größten Anbieter. Dabei erreichte Microsoft aber bereits Mitte der 1990er-Jahre einen Marktanteil von über 80 Prozent.

In der Apple-Welt wurde aus Claris und der Anwendungssuite Claris Works irgendwann FileMaker. Die Anwendungssuite ging zurück an die Mutter Apple und wurde unter AppleWorks weitergeführt. Apple beschränkte seine AppleWorks auf den Mac, während die anderen Anbieter wiederum ihre Business-Lösungen auch für den Mac veröffentlichten. Die Marktanteile der Anbieter gegenüber dem Platzhirsch nahmen immer weiter ab. Dies führte zu einer weiteren Konsolidierung, sodass Ende der 1990er- bzw. Anfang der 2000er-Jahre das Angebot für Business-Anwendungen für den Mac sehr gering war.

Die Folgen für den Markt der Mac Projektmanagement-Anwendungen

NeXT-Logo – Bildquelle: www.wikipedia.org

Apple hatte in den frühen 1990ern das Problem, dass ihr MacOS als technisch veraltet und nicht zukunftsfähig galt, während sich ihre Hardware gut verkaufte. Um dieses Problem zu lösen, wurde Ende 1996 die Firma NeXT übernommen. NeXT hatte unter Leitung von Steve Jobs ein Betriebssystem auf Unix-Basis entwickelt, das technisch als wegweisend galt, aber dessen Hardware das hohe Nivau von NeXTstep nicht erreichen konnte. So machte die Übernahme von NeXT durch Apple hochgradig Sinn!

Jobs sorgte in der Folgezeit dafür, dass Apple nun auch auf ein zukunftsfähiges Betriebssystem umstieg, das im Kern auf der Entwicklung von NeXTstep aufsetzte. Später entstand daraus MacOS X.

Der Wechsel hatte maßgebliche Folgen für die Kompatibilität der vorhandenen Software. Die bisherige Software lief nicht mehr auf dem neuen Betriebssystem und musste mit hohem Aufwand portiert oder neu geschrieben werden. Ein Großteil der Software-Anbieter, besonders die kleineren Häuser, wollten diesen Aufwand mit ungewissen Absatzzahlen nicht betreiben. Damit gab es für MacOS X plötzlich nur noch eine große Projekt-Management-Software: FastTrack Schedule.

Die unterschiedlichen Ausrichtungen von Microsoft und Apple

Apple bringt zwar mit dem PowerPC in den 1990ern auch Modelle mit IBM-Architekturen heraus, verliert aber das Business-Segment endgültig. Man kann wohl zusammenfassen, dass Apple ein Anbieter für Konsumenten und Kreative wie Musiker, Fotografen und Designer geworden ist, während es Microsoft gelingt, das Business-Segment zu dominieren und gleichzeitig im Consumer-Segment stark zu sein. Microsoft ruht sich im weitesten Sinne darauf aus, dass Privatanwender ihre Software ja aus dem Büro kennen.

Apple versuchte dagegen die ”Einfachheit der Benutzung”, neudeutsch Usability, in den Vordergrund zu stellen – nicht nur bei seiner Software, sondern allen seinen Produkten. Damit gelingt es ihnen, sich von der Mehrzahl der anderen Anbieter abzusetzen.

Die neue Generation von Projektmanagement-Anwendungen

Merlin Version 1

In 2004 entwickelte die kleine deutsche Firma ProjectWizards eine neue Projektmanagement-Anwendung für den Mac. Das Team war selbst völlig von Macs überzeugt und brachte seine MacBooks mit in die Business-Welt. Sie wollten im Job genauso intuitiv arbeiten können wie Zuhause. Für ihre Arbeit benötigten sie eine gute Projektmanagement-Software, fanden aber kein passendes Programm.

ProjectWizards entwickelte eine eigene schlanke Lösung für die Projektplanung mit ansprechender grafischer Oberfläche: Merlin. Da der Markt für großartige Projektmanagement-Software auf dem Mac seit Jahren brach lag, wurde das Tool bereits kurz nach Veröffentlichung äußerst erfolgreich.

ProjectWizards stellt seine Anwender in den Fokus ihrer Produktverbesserungen. Über die Jahre benannte ProjectWizards sein Produkt von Merlin zu Merlin Project um. Die Funktionen nahmen zu, während gleichzeitig Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit weiter optimiert wurden.

Merlin Project gehört seit Jahren zu der führenden Software für Projektmanagement auf dem Mac. Während die Benutzung von MS Project für mich zwar zweckmäßig, aber eher Quälerei ist, kann Merlin Project mit durchdachter Funktionalität und ansprechendem Design in jeder Hinsicht überzeugen.

Über den Autor

Harald Zuber arbeitet als Projekt-Portfolio-Manager und verantwortet ein Schlüssel-Portfolio eines Konzerns. Er ist leidenschaftlich neugierig und liebt es in neue Herausforderungen und Technologien einzutauchen. Er hilft seinen Teams effizient zu arbeiten und Ideen Leben einzuhauchen und in den Betrieb zu bringen. Mehr von Harald auf zauberwerk.com.

Geschrieben von Harald Zuber am 1. November 2017 unter Projektmanagement
Tags: macOS

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