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Was Sie von „Die Kunst des Krieges" über Erfolg im Projektmanagement lernen können (Teil III)

Gegensätze zum eigenen Vorteil nutzen

„Die Kunst des Krieges" ist eines der erfolgreichsten und ältesten Bücher, das über Strategie geschrieben wurde. Oberflächlich betrachtet, vermittelt es Wege, um einen Krieg zu gewinnen. Doch die Prinzipien lassen sich auch anwenden, um Projekte erfolgreicher zu managen.

In Teil drei unserer Artikelserie zeigen wir Ihnen, wie Sie mit der „Kunst des Krieges" Gegensätze zu Ihrem Vorteil nutzen.

Nachdem Sie die fünf Erfolgsfaktoren kennengelernt haben, die über den Erfolg eines Krieges genauso wie über den Erfolg eines Projekts entscheiden, lassen Sie uns ein anderes zentrales Konzept von Sun Tzus Lehre betrachten.

Der Weg des Gegensatzes

Wenn Sun Tzu über Gegensätze spricht, verwendet er Metaphern und Bilder, um sein Konzept nachvollziehbar zu machen.

Die eigenen Vorteile zu berechnen, aber auch die Gesamtlage begriffen zu haben, trägt dazu bei, sich auch in ungewöhnlichen Situationen den Vorteil und die Macht zu sichern.

Dieses Vorgehen lässt sich direkt auf das Projektgeschäft übertragen. Denn es erfordert vom Projektmanager, dass er Kennzahlen im Blick hat, die aktuelle Situation erfasst und dann beeinflusst, wie andere die Situation beurteilen und zwar durch die Art und Weise, wie er mit der Situation umgeht.

Was Sun Tzu mit Manipulation der wahrgenommenen Realität meint, beschreibt er in einem nächsten Abschnitt:

Wer fähig ist, zeigt Unfähigkeit, wer aktiv ist, zeigt Untätigkeit. Wer nahe ist, demonstriert dem Feind noch fern zu sein und wer fern ist, zeigt Nähe. Ködere den Feind, indem du ihm einen Vorteil einräumst, täusche Verwirrung vor und entziehe dich ihm.
Übersetzung nach H. Eisenhofer

Kurz gefasst: Es gilt eine Wahrnehmung der Realität zu kreieren, die nicht unbedingt wahr ist, aber dem eigenen Vorteil dient.

Warum Sie die Kunst der Manipulation beherrschen sollten

Im Kontext eines Krieges ist es offensichtlich, warum es hilfreich sein kann, die Wahrnehmung der Realität zu manipulieren und sich und die Situation so darzustellen, dass man einen eigenen Vorteil erzielt. Doch auch in der Businesswelt lässt sich Manipulation sinnvoll einsetzen.

Denken Sie an ein Meeting, in dem Sie vorgeben weniger zu wissen, als Sie es tatsächlich tun, um weitere Informationen zu sammeln oder zu erfahren, wie andere die Situation einschätzen. Denken Sie an simple Interviewsituationen, in denen Sie den Befragten zu den Antworten hinleiten, die Sie sich erhoffen, indem Sie vortäuschen ein Problem bisher nicht selbst haben lösen zu können.

An dieser Stelle meldet sich bei den moralischen Menschen häufig innerer Widerstand. Sie betrachten dieses Vorgehen als unehrlich oder irreführend. Zurecht. Wenn Sie sich als ehrlich einschätzen, ist dies kein Vorgehen, das Sie bewusst in Erwägung ziehen würden.

Aber auch außerhalb von körperlichen Konflikten verhalten wir uns von Kindesbeinen an jeden Tag auf diese Weise, oft ohne dass es uns bewusst ist.

Als Kinder lernen wir, dass wir bekommen, was wir wollen, wenn wir die Aufmerksamkeit unserer Bezugspersonen auf uns lenken, indem wir ein Gefühl von Dringlichkeit erzeugen.

Während wohl nicht viele Projektmanager zugeben würden, dass sie lügen, um einen falschen Eindruck zu erzeugen, wie viele könnten wohl behaupten, nie einem Report einen kleinen Dreh gegeben zu haben, um einen besseren Eindruck zu vermitteln? Wer hat seinem Team noch nie versucht glauben zu machen, dass das drohende Reißen der Deadline den sicheren Verlust von Arbeitsplätzen nach sich ziehen würde, um es zu motivieren, noch produktiver zu arbeiten?

Sun Tzu ist überzeugt, dass jeder die Kunst des Krieges nutzt. Der Weg der Gegensätze ist keine Ausnahme. Die Frage ist vielmehr, ist es besser ehrlicher zu sein und diesen Weg unbewusst zu nutzen oder ihn als normales Verhalten zu begreifen ohne negative Bewertung und bewusst zu lernen, wann und wie er am besten eingesetzt wird, um die eigene Fähigkeit im Umgang mit dieser Methode und die Selbstverantwortung zu entwickeln.

Als Projekt- oder Teammanager müssen Sie wachsam sein, um die Momente zu entdecken, in denen Sie kleine Gewinne machen können, die Vertrauen bilden und die das Erreichen des Projektziels unterstützen.

Fazit

Sun Tzu benutzt das Wort „Angriff” in seinen Ausführungen, wenn er über Manipulation spricht. Ein Angriff hat, anders als häufig in unserem Verständnis, keine negative Konnotation. Sie können mithilfe von Manipulation auch einen Mangel an Vertrauen oder eine negative Wahrnehmung des Teams angreifen.

Als Führungskräfte können wir oft mehr Ordnung im Chaos schaffen, wenn die Menschen glauben, dass wir Teil des Chaos sind. Die Idee ist nicht, unnötig Chaos zu kreieren, sondern Vorhandenes zu nutzen, um den gewünschten Eindruck einer Situation und der eigenen Rolle in ihr zu erzeugen.

Im letzten Teil unserer Reihe über „Die Kunst des Krieges” und ihre Lektionen für modernes Projektmanagement werden Sie erfahren, was der chinesische Stratege zum Umgang mit Unsicherheit empfiehlt.

Geschrieben von Dave Prior am 5. März 2018 unter Projektmangement
Tags: Sun Tzu The Art of War

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