Richard Joerges am 8. Oktober 2009
So eben komme ich aus einem Meeting mit einem Software-Dienstleister. Die kleine, sehr spezialisierte Firma hat uns ein geniales, webbasiertes System vorgeführt. Schnell war klar, wir wollen es haben, und zwar so schnell wie möglich. Mein Kollege fragt also: “Wie lange dauert es, das System einzurichten und an unser Unternehmen anzupassen?” Die Antwort kommt augenzwinkernd und wie aus der Pistole geschossen: “Das hängt von der Zahl der Stakeholder ab. Mit einem Ansprechpartner zwei Wochen, und pro weiteren Stakeholder rechnen Sie eine Woche dazu“.
Ich bin vor Lachen beinahe vom Stuhl gefallen, ahnte aber schon, dass da etwas Wahres dran ist. Je mehr Leute mitschwätzen und ihr Ok geben müssen, desto langwieriger wird es. Klar. Der Hammer aber ist, dass der Herr von der Softwarefirma seine Behauptung anhand vergangener Projekte nachweisen konnte. Zur Ehrenrettung aller “Stakeholder” sei aber angemerkt, dass die Firma vor allem im Ausland und dort im kommunalen Bereich aktiv ist. Und da mahlen die Mühlen scheinbar etwas langsamer. Oder etwa nicht?
Tags: Management, Stakeholder
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[...] den ProjectWizards habe ich den oben genannten Satz gefunden Lesenswert und bedenkenswert! Vielleicht ist es die [...]
Wie wahr…
Ich glaube nicht, dass nur im kommunalen Bereich “gebremst” wird. Schließlich laufen auch in Unternehmen äußerst “politische” Dinge ab (Allianzen, Wettkämpfe, etc.).
Bei meinem letzten Projekt mit richtig vielen Stakeholdern z.B. war der einzig gangbare Weg, sich an den mächtigsten Stakeholder (oft der Auftraggeber) zu halten und die weniger wichtigen etwas zu vertrösten. In großen und vielfältigen Projekten halte ich sowieso viel mehr von mehreren Launchphasen als wg. einiger unfertiger Dinge alles zu delayen.