MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den KI-Assistenten wie Claude Daten aus anderen Programmen lesen, zum Beispiel Ihren Projektplan aus Merlin Project. Um das Prinzip zu verstehen, reichen ein Vergleich und zwei Fachwörter. Hier steht, was MCP ist, welche Rolle Server und Client spielen und was das konkret für Ihren Plan in Merlin Project bedeutet. Programmierkenntnisse brauchen Sie dafür keine.
Das Video zum Artikel
Das Problem vor MCP
Erinnern Sie sich an die Zeit vor USB-C? Jedes Gerät hatte seinen eigenen Stecker, und in der Schublade lagen unzählige Kabel. Die KI-Welt hatte lange dasselbe Problem: Wollte ein KI-Assistent auf Daten aus einem anderen Programm zugreifen, musste jemand genau für diese Kombination eine eigene Schnittstelle programmieren. Für jede weitere KI begann die Arbeit von vorn.
Deshalb baute kaum jemand diese Verbindungen. Wer seinen Projektplan mit einer KI besprechen wollte, exportierte ihn, kopierte Tabellen in den Chat und wiederholte das nach jeder Planänderung.
Ein Anschluss für alle
MCP steht für Model Context Protocol. Anthropic hat diesen offenen Standard im November 2024 veröffentlicht. Das Prinzip ähnelt dem von USB-C: Eine Software wie Merlin Project baut einen MCP-Server nur einmal. Eine KI wie Claude unterstützt MCP ebenfalls nur einmal. Danach passen beide zusammen, und jeder weitere KI-Assistent mit MCP-Unterstützung kann denselben Server nutzen.
Neun Einzelanbindungen oder sechs Anschlüsse
Drei KI-Assistenten treffen auf drei Programme
Vor MCP
3 × 3 = 9
Anbindungen nötig, die meisten nie gebaut
Vorher: exportieren, kopieren, in den Chat einfügen
Mit MCP
3 + 3 = 6
Anschlüsse, jeder nur einmal gebaut, alle passen zusammen
Client: in die KI eingebautServer: liefert das Programm mit
Jetzt: Frage stellen, die KI liest den Plan direkt
Bei zehn KI-Assistenten und zehn Programmen stehen 100 Einzelanbindungen gegen 20 Anschlüsse.
Die Grafik zeigt den Kern: Ihre Daten laufen direkt vom Programm zur KI, ohne Zwischenstation. MCP legt lediglich die gemeinsame Sprache fest, und jedes Programm erhält denselben Anschluss.
Seit Dezember 2025 gehört MCP der Agentic AI Foundation, die Anthropic, OpenAI und Block unter dem Dach der Linux Foundation gegründet haben. Laut Anthropic gab es zu diesem Zeitpunkt mehr als 10.000 aktive öffentliche MCP-Server, und ChatGPT, Cursor, Gemini, Microsoft Copilot und Visual Studio Code unterstützten den Standard Quelle: Anthropic. Kein einzelner Anbieter kontrolliert das Protokoll damit allein.
Zwei Begriffe reichen
| Begriff | Was er macht | In unserem Beispiel |
|---|---|---|
| MCP-Server | Stellt Daten bereit | Merlin Project mit Ihrem Projektplan |
| MCP-Client | Stellt die Fragen | Claude oder ein anderer KI-Assistent |
Dazwischen liegt das Protokoll, also die gemeinsame Sprache. Sie müssen dafür nichts einstellen, Sie stellen einfach Ihre Frage.
Was bei einer Frage passiert
Was im Video in einem Satz steckt, läuft in fünf Schritten ab:
- Sie stellen der KI eine Frage in normaler Sprache, etwa nach dem kritischen Pfad Ihres Projekts.
- Beim Verbinden hat die KI den Merlin-Server bereits gefragt, welche Werkzeuge er anbietet, zum Beispiel „Vorgänge suchen" oder „Objekte abrufen".
- Die KI wählt selbst das Werkzeug, das zur Frage passt, und ruft es auf.
- Merlin Project liefert die Daten aus dem Projekt, das Sie freigegeben haben.
- Die KI formuliert aus diesen Daten die Antwort.
Eine Frage wie diese beantwortet die KI somit direkt aus dem Plan. Was der kritische Pfad ist, erklärt unser Glossar:
Prompt: Was bestimmt eigentlich mein Projektende?
Erkläre den kritischen Pfad des aktiven Projekts: Welche Vorgänge bestimmen das Projektende und warum? Erkläre es so, dass es auch ein Leser ohne Projektmanagement-Ausbildung versteht. Nenne anschließend die drei Vorgänge, bei denen eine Beschleunigung dem Endtermin am meisten bringen würde.
Zum Prompt in der Bibliothek ›
Weitere Fragen, die Sie Ihrem Plan stellen können, sammelt die Prompt-Bibliothek, jeweils mit Beispiel-Prompt und erwartetem Ergebnis.
Was MCP nicht regelt
MCP legt fest, wie Client und Server miteinander sprechen. Was eine KI mit den Daten tun darf, entscheidet jeder Server selbst. Der Server von Merlin Project ist bewusst zurückhaltend gebaut:
- Er läuft lokal auf Ihrem Mac und ist von außen nicht erreichbar.
- Er liest nur, verändern kann die KI über ihn nichts.
- Er gibt nur Projekte frei, die Sie über die Option „KI-Tools Interaktion mit Dokument erlauben“ ausdrücklich freigegeben haben.
Wegen der lokalen Bauweise kann nicht jeder KI-Assistent den Server ansprechen. Warum ChatGPT einen Umweg braucht, erklärt der Artikel Merlin Project mit ChatGPT verbinden?. Wie Merlin Project allgemein mit Ihren Daten umgeht, beschreibt der Artikel Digitale Souveränität und Datenschutz in Merlin Project.
Welche KI-Assistenten den MCP-Server in Merlin Project nutzen können
Jeder Client, der lokale MCP-Server unterstützt, kann sich mit Merlin Project auf dem Mac verbinden.
Finden Sie heraus, welcher davon zu Ihnen passt. Stellen Sie dafür bis zu fünf Fragen. Am Ende steht eine Empfehlung mit Begründung und dem Link zur passenden Anleitung:
Dürfen Ihre Projektdaten zur Verarbeitung an einen KI-Anbieter im Netz gehen?
Bei Claude, ChatGPT und Co. verarbeitet ein Rechenzentrum die Ausschnitte, die die KI für eine Antwort liest.
Welche KI nutzen Sie heute schon?
Ein bestehendes Abo entscheidet mit, welcher Client am wenigsten Reibung macht.
Wo arbeiten Sie im Alltag am liebsten?
Der Client soll dort sein, wo Sie ohnehin sind, nicht umgekehrt.
Sollen Berichte von selbst entstehen, ohne dass jemand tippt?
Zum Beispiel der Statusbericht jeden Freitag um 16 Uhr als Datei.
Claude oder OpenAI?
Beide Terminal-Clients verbinden sich mit einem Befehl; die Frage ist nur, wo Sie ein Abo haben.
Unsere Empfehlung
Zur Setup-Anleitung ›Alle Schritt-für-Schritt-Anleitungen im Überblick:
- Claude Desktop: Ein Block in einer Datei, Neustart
- LM Studio: Modell laden, ein Block in einer Datei
- Claude Code: Ein Befehl
- Codex: Ein Befehl
- Antigravity: Ein Block in einer Datei, kompletter Neustart
- ChatGPT: Kopierbrücke oder Intelligenter Assistent
- Welcher KI-Client passt zu Ihnen?
Die vollständige Einrichtung steht in der MCP-Dokumentation. Zum Ausprobieren eignet sich das Beispielprojekt Produktlaunch Phoenix.
Weiterführendes
Dieses Video ist Teil der Grundlagen-Reihe unseres Kanals. Alle Folgen, Prompts und Vorlagen finden Sie auf der Seite Der Kritische Pfad.
Haben Sie Fragen zu diesem Blogartikel oder möchten darüber diskutieren, freuen wir uns auf Ihren Beitrag bei uns im Forum.
Häufige Fragen
Was ist MCP in einem Satz?
MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den KI-Assistenten Daten aus anderen Programmen lesen. Eine Software baut einmal einen MCP-Server, danach kann jeder KI-Assistent mit MCP-Unterstützung ihn nutzen.
Wer hat MCP entwickelt?
Anthropic hat MCP im November 2024 als offenen Standard veröffentlicht. Seit Dezember 2025 gehört das Protokoll der Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation, die Anthropic gemeinsam mit OpenAI und Block gegründet hat.
Was ist der Unterschied zwischen MCP-Server und MCP-Client?
Der MCP-Server stellt Daten bereit, zum Beispiel Merlin Project mit Ihrem Projektplan. Der MCP-Client stellt die Fragen, zum Beispiel Claude. Das Protokoll ist die gemeinsame Sprache dazwischen.
Brauche ich Programmierkenntnisse, um MCP zu nutzen?
Nein. Sie stellen Ihre Fragen in normaler Sprache. Für die einmalige Einrichtung gibt es für jeden unterstützten Client eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Kann eine KI über MCP meine Projektdaten verändern?
Das legt jeder MCP-Server selbst fest. Der Server von Merlin Project liest nur, läuft lokal auf Ihrem Mac und gibt nur Projekte frei, die Sie über die Option „KI-Tools Interaktion mit Dokument erlauben“ ausdrücklich freigegeben haben.
Funktioniert ChatGPT über MCP mit Merlin Project?
Nicht direkt. ChatGPT verlangt für seine Connectors einen Server im Internet, der Merlin-Server läuft aber bewusst lokal auf Ihrem Mac. Direkt verbinden lassen sich unter anderem Claude Desktop, Claude Code, Codex, Antigravity und LM Studio.