MCP-Setup: Merlin Project mit LM Studio verbinden

Bei Claude oder ChatGPT wandern Ihre Frage und die Planausschnitte, die die KI dafür liest, durch das Rechenzentrum eines Anbieters. Für Projekte mit Kundendaten oder einer Vertraulichkeitserklärung scheidet dieser Weg aus. LM Studio dreht die Sache um. Das Sprachmodell läuft auf Ihrem Mac, spricht über denselben MCP-Standard mit dem Merlin-Server, und Frage wie Antwort bleiben auf dem Rechner, auch ohne Internet. Unten stehen die Einrichtung, die Modellempfehlung nach Arbeitsspeicher und die Grenzen, an die ein lokales Modell stößt.

Das Video zum Artikel

Was bei LM Studio anders ist

Bei Claude oder ChatGPT gehen Ihre Frage und die dafür gelesenen Projektdaten an einen Server im Netz. Dort rechnet das Modell, und die Antwort kommt zurück. Bei LM Studio läuft das Modell auf Ihrem Rechner, und beides bleibt dort.

Claude, ChatGPT LM Studio
Wo rechnet das Modell? Im Rechenzentrum des Anbieters Auf Ihrem Mac
Was verlässt den Mac? Frage und die gelesenen Planausschnitte Nichts
Modellgröße Sehr groß Klein bis mittel, abhängig vom RAM
Internet nötig? Ja Nein

LM Studio steht nicht in der offiziellen Merlin-Doku. Es funktioniert trotzdem, weil es lokale MCP-Server über dieselbe Konfigurationsdatei anbindet wie Claude Desktop. Wir nutzen es selbst, versprechen aber keinen Support für die App.

Das brauchen Sie

  • Merlin Project in der aktuellen Version
  • LM Studio für den Mac, kostenlos
  • einen Mac mit mindestens 16 GB Arbeitsspeicher für ein Modell mittlerer Größe; mit 8 GB geht es mit einem kleineren Modell
  • rund 5 bis 10 GB freien Speicherplatz für die Modelldatei

Schritt 1 und 2: Merlin Project vorbereiten

Auf der Merlin-Seite ändert sich gegenüber den anderen Clients nichts:

  1. Server installieren. Wählen Sie in Merlin Project im Menü Merlin Project den Punkt MCP-Server installieren. Merlin legt ein kleines Programm auf Ihrem Mac ab, die Brücke zwischen KI-Client und Plan. Den Pfad zeigt der Installer an; er lautet /usr/local/bin/merlinproject-mcp.
  2. Projekt freigeben. Öffnen Sie das Projekt und klicken Sie in der Symbolleiste auf KI-Tools. Setzen Sie das Häkchen bei KI-Tools Interaktion mit Dokument erlauben; das Symbol wird ausgefüllt dargestellt. Die Freigabe gilt nur für dieses eine Projekt, alle anderen bleiben für den Server unsichtbar. Sobald ein Client verbunden ist, färbt sich das Symbol blau.
Ein Klick gibt genau dieses Projekt frei: KI-Tools in der Symbolleiste, dann KI-Tools Interaktion mit Dokument erlauben einschalten. Alle anderen Projekte bleiben für den Server unsichtbar.

lokal · read-only · nicht aus der Ferne erreichbar. Der Server liest nur die Projekte, die Sie freigeben, ändert nichts an Ihren Daten, und von außen kommt niemand an ihn heran. Was ein Cloud-Client von den gelesenen Daten sieht, erklärt der Artikel zum Datenschutz.

Schritt 3: ein Modell laden

Öffnen Sie in LM Studio die Modellsuche und laden Sie ein Modell herunter. Zwei Dinge sind entscheidend: Das Modell muss auf Ihren Mac passen, und es muss Werkzeugaufrufe beherrschen (tool calling, in LM Studio als Hammer-Symbol am Modell markiert). Ohne diese Fähigkeit kann das Modell den Merlin-Server nicht ansprechen, auch wenn er korrekt eingetragen ist.

Arbeitsspeicher Modellgröße Beispiel
8 GB rund 4 Milliarden Parameter Qwen3 4B
16 GB rund 8 Milliarden Parameter Qwen3 8B
32 GB und mehr 14 bis 30 Milliarden Parameter Qwen3 14B, Qwen3 30B-A3B

Die Qwen3-Familie beherrscht Werkzeugaufrufe zuverlässig und ist in LM Studio direkt verfügbar. Nehmen Sie die 4-Bit-Quantisierung (im Namen als Q4 gekennzeichnet); sie halbiert den Speicherbedarf bei geringem Qualitätsverlust.

Im Video arbeiten wir mit Google Gemma 4 E4B. Das Modell liest den Plan sauber aus, kommt bei langen Abhängigkeitsketten und mehrstufigen Rechnungen aber schnell an seine Grenze. Testen Sie deshalb mehrere Modelle und auch andere Modellfamilien, statt beim ersten zu bleiben. Welches auf Ihrem Mac trägt, zeigt erst der Vergleich an Ihrem eigenen Plan.

Sobald das Modell geladen ist, können Sie mit ihm chatten. Nur kennt es Ihr Projekt noch nicht.

Schritt 4: den Merlin-Server eintragen

LM Studio nutzt dieselbe Konfigurationsdatei wie Claude Desktop.

  1. Wechseln Sie in LM Studio in den Bereich Program (rechte Seitenleiste).
  2. Klicken Sie unter Install auf Edit mcp.json.
  3. Tragen Sie den folgenden Block ein und speichern Sie.

Config-Block für merlin-project mcp.json

{
  "mcpServers": {
    "merlin-project": {
      "command": "/usr/local/bin/merlinproject-mcp"
    }
  }
}

Auch hier gilt: Ergänzen Sie die Datei nur und löschen Sie nichts, was schon darin steht. Nach dem Speichern zeigt LM Studio den Server merlin-project an; ein Neustart ist nicht nötig. Aktivieren Sie den Server im Chat über das Stecker-Symbol unter dem Eingabefeld.

Der Beweis: WLAN aus, Plan antwortet

Schalten Sie das WLAN in der Menüleiste aus. Kein Netz, keine Verbindung nach draußen. Dann fragen Sie Ihr Projekt:

Prompt: Welche Termine stehen als Nächstes an?

Liste alle Meilensteine und wichtigen Termine der nächsten vier Wochen aus dem aktiven Projekt auf, chronologisch sortiert. Ergänze je Termin den aktuellen Stand der vorausgehenden Vorgänge und eine Einschätzung, ob der Termin realistisch ist.

Zum Prompt in der Bibliothek ›

Das Modell ruft den Merlin-Server auf, liest die Termine und antwortet. Nichts davon hat den Mac verlassen, weder Ihre Frage noch Ihr Plan. Beim ersten Werkzeugaufruf fragt LM Studio, ob das Modell den Server nutzen darf; bestätigen Sie das einmal für die Sitzung.

Was Sie das kostet

Lokale Modelle sind kleiner als Claude oder GPT. Beim Auslesen, Zusammenfassen und Auflisten machen sie einen guten Job. Bei kniffliger Rechnung, einem langen kritischen Pfad oder einer Monte-Carlo-Simulation merken Sie den Unterschied: Die Antworten werden ungenauer, und das Modell braucht länger. Dazu kommt etwas mehr Einrichtung und die Wahl des Modells.

Wenn Ihre Daten den Rechner unter keinen Umständen verlassen dürfen, ist das trotzdem der stärkste Weg. Sie entscheiden, was für Sie schwerer wiegt. Eine dritte Möglichkeit ist der Mischbetrieb: LM Studio für die vertraulichen Projekte, Claude Desktop für alles andere. Der Merlin-Server bleibt derselbe, nur die KI-Seite wechselt.

Alternative: Ollama

Ollama ist die zweite verbreitete Lösung für lokale Modelle auf dem Mac und läuft im Terminal statt in einer App mit Oberfläche. MCP-Server bindet Ollama selbst nicht an; Sie brauchen dafür einen Client, der Ollama als Modellquelle nutzt und MCP spricht. Für den Einstieg ist LM Studio der kürzere Weg, weil Modellwahl, Chat und MCP-Konfiguration an einem Ort liegen.

Checkliste „KI ohne Cloud"

Zum Üben eignet sich das Beispielprojekt Produktlaunch Phoenix aus dem Video. Weitere Fragen an den Plan finden Sie in der Prompt-Bibliothek; alle Setup-Anleitungen hier:

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