Bleiben meine Projektdaten privat? MCP, Read-Only und DSGVO

Die erste Frage in fast jedem Gespräch über KI und Projektpläne lautet: Was passiert mit meinen Daten? Die Antwort hat zwei Teile. Der eine betrifft den MCP-Server in Merlin Project, den wir selbst gebaut haben und deshalb genau beschreiben können. Der andere betrifft den KI-Anbieter, an den die Ergebnisse des Servers gehen. Dieser Artikel erklärt beide Teile ohne Beschönigung und zeigt, was Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten klären sollten.

Das Video zum Artikel

Drei Eigenschaften des Merlin-Servers

Er läuft lokal. Der MCP-Server ist ein kleines Programm auf Ihrem Mac. Jede Anfrage verarbeitet Merlin Project selbst, direkt auf Ihrem Rechner. Es gibt keinen Merlin-Server in der Cloud, über den Ihre Daten laufen.

Er ist von außen nicht erreichbar. Der Server hat keine Web-Adresse und öffnet keinen Zugang aus dem Netz. Nur ein KI-Assistent, der auf demselben Mac läuft, kann ihn ansprechen. Genau deshalb kann ChatGPT den Server derzeit nicht nutzen. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Merlin Project mit ChatGPT verbinden?.

Er liest nur. Über den Server kann eine KI Vorgänge, Termine, Ressourcen und Zuweisungen auslesen. Ändern, anlegen oder löschen kann sie darüber nichts.

Sie entscheiden pro Projekt

Auch wenn der MCP-Server installiert ist und läuft, sieht die KI zunächst kein einziges Projekt. Sie geben jedes Projekt einzeln frei:

  1. Öffnen Sie das Projekt in Merlin Project.
  2. Klicken Sie in der Symbolleiste auf „KI-Tools“.
  3. Setzen Sie das Häkchen bei „KI-Tools Interaktion mit Dokument erlauben“.

Ist die Freigabe aktiv, erscheint das Symbol ausgefüllt. Solange ein KI-Assistent mit dem Projekt verbunden ist, hebt Merlin Project das Symbol zusätzlich blau hervor und nennt die zugreifende KI. So sehen Sie jederzeit, ob gerade eine KI mitliest. Entfernen Sie den Haken, ist das Projekt sofort wieder gesperrt.

Was an die KI übertragen wird

Hier lohnt sich ein genauer Blick, denn an dieser Stelle verlassen Daten Ihren Mac.

Stellen Sie zum Beispiel Claude eine Frage zu Ihrem Projekt, entscheidet die KI selbst, welche Daten sie dafür braucht, und fragt sie über den Server ab. Der Server liefert gezielt die angefragten Objekte, etwa die Vorgänge einer Phase oder die Abhängigkeiten eines Meilensteins, und nicht automatisch den ganzen Plan. Die Ergebnisse dieser Abfragen gehen an Claude und damit an Anthropic.

Zwei Punkte sollten Sie dabei kennen:

  • Die KI stellt für eine Frage oft mehrere Abfragen. Findet sie an einer Stelle nicht, was sie sucht, sucht sie an einer anderen weiter. Dabei überträgt sie unter Umständen auch Daten, die für die endgültige Antwort keine Rolle spielen.
  • Welche Felder die KI abfragt, legen Sie nicht einzeln fest. Ihre Kontrolle liegt in der Freigabe: Grundsätzlich kann die KI bei einer Anfrage jede Information aus einem freigegebenen Projekt abrufen.

Daraus folgt die wichtigste Empfehlung dieses Artikels: Geben Sie nur Projekte frei, deren Inhalt Sie dem KI-Anbieter anvertrauen würden. Enthält ein Plan besonders sensible Informationen, etwa Personaldaten in Notizen, geben Sie besser eine bereinigte Kopie des Projekts frei.

Was der KI-Anbieter mit den Daten macht

Wie der KI-Anbieter die übertragenen Daten verarbeitet und speichert, regeln seine eigenen Bedingungen. Viele Anbieter unterscheiden dabei zwischen privaten und geschäftlichen Tarifen, zum Beispiel bei der Frage, ob sie Chats zum Training ihrer Modelle verwenden dürfen. Prüfen Sie die Einstellungen Ihres Kontos und die Datenschutzhinweise des Anbieters, bevor Sie Projektdaten verwenden. Sollen gar keine Daten an einen Anbieter gehen, nutzen Sie ein lokales Sprachmodell; wie das geht, zeigt der Artikel Merlin Project mit LM Studio verbinden.

Schnell-Check: Darf mein Projekt zur KI?

Ob Sie ein Projekt freigeben sollten, hängt von seinem Inhalt ab. Beantworten Sie fünf Fragen zu diesem Projekt. Sie erhalten eine Einschätzung und eine Liste, was Sie vor der Freigabe erledigen sollten:

Stehen im Projekt Namen von Personen, etwa als Ressourcen oder in Notizen?

Der Check ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine rechtliche Beratung.

Checkliste für den Datenschutzbeauftragten

Frage Antwort für den Merlin-Server
Wo läuft der Server? Lokal auf dem Mac des Nutzers
Ist er aus dem Netz erreichbar? Nein
Kann die KI Daten ändern oder löschen? Nein, der Server liest nur
Welche Projekte sind sichtbar? Nur Projekte, die ausdrücklich über „KI-Tools“ freigegeben sind
Lässt sich die Freigabe widerrufen? Ja, jederzeit und für jedes Projekt einzeln
Was verlässt den Mac? Die Ergebnisse der Abfragen, die der KI-Assistent stellt
Wohin? Zum Anbieter des verwendeten KI-Assistenten

Offen bleibt damit die Frage nach dem KI-Anbieter. Klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, welcher Anbieter und welcher Tarif in Ihrem Unternehmen zugelassen sind und ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht. Dieser Artikel ist eine technische Beschreibung und ersetzt keine rechtliche Beratung.

Die ausführliche Checkliste zum Ausdrucken und Abhaken gibt es als PDF:

Checkliste für Datenschutz und IT als PDF herunterladen

Checkliste für Datenschutz und IT herunterladen (PDF)

Weiterlesen

Die Einrichtung der einzelnen KI-Assistenten beschreibt der Artikel Welcher KI-Client passt zu Ihnen? Die technischen Details zum Server stehen in der MCP-Dokumentation. Was MCP überhaupt ist, erklärt der Artikel Was ist MCP? Einfach erklärt.

Haben Sie Fragen zu diesem Blogartikel oder möchten darüber diskutieren, freuen wir uns auf Ihren Beitrag bei uns im Forum.

Häufige Fragen

Läuft der MCP-Server von Merlin Project in der Cloud?

Nein. Der Server ist ein kleines Programm auf Ihrem Mac. Merlin Project verarbeitet jede Anfrage selbst, direkt auf Ihrem Rechner. Es gibt keinen Merlin-Server in der Cloud.

Sieht die KI automatisch alle meine Projekte?

Nein. Die KI sieht nur Projekte, die Sie über „KI-Tools“ ausdrücklich freigegeben haben. Ohne Freigabe bleibt jedes Projekt für sie unsichtbar.

Kann die KI meinen Projektplan verändern oder löschen?

Nein. Der MCP-Server liest nur. Über ihn kann eine KI weder etwas ändern noch anlegen oder löschen.

Wie erkenne ich, ob gerade eine KI auf mein Projekt zugreift?

Ist das Projekt freigegeben, erscheint das Symbol „KI-Tools“ ausgefüllt. Solange ein KI-Assistent verbunden ist, hebt Merlin Project es zusätzlich blau hervor.

Überträgt die KI meinen ganzen Projektplan?

Nicht automatisch. Die KI fragt gezielt die Daten ab, die sie für Ihre Frage braucht. Sie stellt dafür aber oft mehrere Abfragen und überträgt dabei unter Umständen auch Daten, die für die Antwort keine Rolle spielen. Grundsätzlich kann jede Information aus einem freigegebenen Projekt übertragen werden.

Wer erhält die abgefragten Daten?

Der Anbieter des KI-Assistenten, den Sie verwenden, bei Claude also Anthropic. Wie er die Daten verarbeitet und speichert, regeln seine eigenen Bedingungen.

Werden meine Projektdaten zum Training der KI verwendet?

Das hängt vom Anbieter und Ihrem Tarif ab. Viele Anbieter regeln das für private und geschäftliche Tarife unterschiedlich. Prüfen Sie die Einstellungen Ihres Kontos und die Datenschutzhinweise des Anbieters.

Ist die Nutzung von MCP mit Merlin Project DSGVO-konform?

Der Merlin-Server selbst überträgt keine Daten nach außen. Ob die Weitergabe an den KI-Anbieter zulässig ist, hängt vom Anbieter, vom Tarif und vom Inhalt Ihres Projekts ab. Klären Sie das mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, etwa ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht.

Kann ich die Freigabe wieder zurücknehmen?

Ja, jederzeit und für jedes Projekt einzeln. Entfernen Sie das Häkchen bei „KI-Tools Interaktion mit Dokument erlauben“, ist das Projekt sofort wieder gesperrt.

Warum kann ChatGPT den MCP-Server nicht nutzen?

Der Server ist aus dem Netz nicht erreichbar. Nur ein KI-Assistent, der auf demselben Mac läuft, kann ihn ansprechen. ChatGPT unterstützt diese Art der lokalen Verbindung derzeit nicht.

Wie bleiben meine Daten ganz auf meinem Mac?

Nutzen Sie ein lokales Sprachmodell, zum Beispiel mit LM Studio. Dann verarbeitet die KI die Abfragen direkt auf Ihrem Mac, und keine Projektdaten gehen an einen externen Anbieter.

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