Prompt-Grundkurs für Projektleiter: Worauf es beim Fragen an die KI ankommt

Prompt-Engineering taucht überall auf, der TÜV NORD bildet sogar zum „Prompt Engineer (TÜV)“ aus, und im Netz kursieren Dutzende Frameworks und Anleitungen. Für Fragen an Ihren Projektplan reicht deutlich weniger. Hier steht, was ein Prompt ist, warum Kontext wichtiger ist als jede Formel, wie die Merkhilfe RACE funktioniert und wie Sie die KI bitten, Ihren Prompt selbst zu verbessern. Dazu gibt es einen Spickzettel mit Satzbausteinen für häufige Fragen.

Das Video zum Artikel

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist die Nachricht, die Sie einem KI-Assistenten schreiben. Prompt Engineering bedeutet, diese Nachricht so aufzubauen, dass die Antwort zu Ihrem Bedarf passt. In den ersten Jahren der großen Sprachmodelle hing viel an der genauen Formulierung. Aktuelle Modelle verstehen auch locker formulierte Fragen gut. Ein Prinzip ist aber geblieben.

Das Prinzip: Die KI weiß nur, was Sie ihr geben

Je mehr passender Kontext, desto genauer die Antwort. Das lässt sich am Beispielprojekt Produktlaunch Phoenix gut zeigen. Diese Frage ist kurz und klingt vernünftig:

Prompt

Wie läuft das Projekt?

Über den MCP-Server kennt Claude den ganzen Plan und antwortet mit einer breiten Statusübersicht. Was Claude nicht weiß: wofür Sie die Antwort brauchen und für wen. Den Plan liefert der MCP-Server, den Anlass liefern Sie.

Kontext kann auf verschiedenen Wegen zur KI kommen: direkt im Prompt, über hochgeladene Dokumente, über gespeicherte Anweisungen oder über einen MCP-Server, der Daten aus einer anderen Anwendung liest. Bei Fragen an Ihren Plan übernimmt der MCP-Server den größten Teil. Was im Plan fehlt, schreiben Sie dazu.

Die Merkhilfe: RACE

Für den Aufbau eines Prompts gibt es zahlreiche Frameworks. Eines der bekanntesten ist RACE, benannt nach den englischen Begriffen Role, Action, Context und Expectation:

Die Merkhilfe RACE: Role (Rolle), Action (Aufgabe), Context (Kontext), Expectation (Erwartung)
Baustein Frage dahinter Beispiel
Rolle In welcher Funktion soll die KI helfen? Du unterstützt mich als Projektleiter beim Produktlaunch Phoenix.
Aufgabe Was soll sie tun? Prüfe den Stand der Marketing-Vorgänge.
Kontext Was ist der Anlass, was muss sie wissen? Morgen habe ich ein Abstimmungsgespräch mit der Marketingleitung, das Budget ist knapp.
Erwartung Wie soll das Ergebnis aussehen? Drei Stichpunkte: was im Plan liegt, was verzögert ist, wo ich eine Entscheidung brauche.

Zusammengesetzt ergibt das diesen Prompt:

Prompt

Du unterstützt mich als Projektleiter beim Produktlaunch Phoenix. Prüfe den Stand der Marketing-Vorgänge. Morgen habe ich ein Abstimmungsgespräch mit der Marketingleitung, das Budget ist knapp. Antworte in drei Stichpunkten: was im Plan liegt, was verzögert ist, wo ich eine Entscheidung brauche.

Die Antwort ist kürzer und passt zu dem Gespräch, für das Sie sie brauchen. Den Plan hat Claude in beiden Fällen gelesen, den Unterschied machen die Angaben, die nur Sie kennen.

Wenn Sie sich nur zwei Bausteine merken wollen, dann Kontext und Erwartung. Eine Rolle hilft manchmal, ist bei aktuellen Modellen aber selten der entscheidende Teil.

Bauen Sie Ihren eigenen Prompt

Füllen Sie die vier RACE-Bausteine aus oder setzen Sie einen Vorschlag mit einem Klick ein. Ihr Prompt entsteht darunter und lässt sich direkt kopieren.

Ihr Prompt

Noch leer.

Hier erscheint Ihr Prompt, sobald Sie einen Baustein ausfüllen.

Wenn Sie sich nur zwei Bausteine merken wollen: Kontext und Erwartung. Sie verändern die Antwort am stärksten.

Die KI den Prompt verbessern lassen

Einen Teil der Arbeit können Sie der KI übergeben. Schreiben Sie Ihre Frage so, wie sie Ihnen einfällt, und hängen Sie einen Satz an:

Prompt

Verbessere vor deiner Antwort zuerst diesen Prompt und zeige ihn mir, damit ich ihn prüfen kann.

Claude schlägt daraufhin einen ausführlicheren Prompt vor. Lesen Sie ihn durch, korrigieren Sie Annahmen, die nicht stimmen, und ergänzen Sie, was fehlt. Erst dann schicken Sie ihn ab. Auf diese Weise übernimmt die KI den Aufbau, und Sie behalten die Kontrolle über den Inhalt.

Spickzettel: drei Satzbausteine für häufige Fragen

Für den Einstieg helfen drei Muster, in die Sie nur Ihre eigenen Begriffe einsetzen:

Zusammenfassen: „Fasse [Bereich] zusammen: [Kriterium 1] und [Kriterium 2]."
Beispiel: „Fasse den Bereich Marketing zusammen: offene Vorgänge und Verantwortliche."

Vergleichen: „Vergleiche [A] mit [B] und zeige die Abweichungen."
Beispiel: „Vergleiche den geplanten mit dem tatsächlichen Starttermin aller Vorgänge im November."

Was wäre, wenn: „Was passiert mit [Ziel], wenn sich [Variable] ändert?"
Beispiel: „Was passiert mit dem Launch-Termin, wenn sich die Beta-Freigabe um eine Woche verschiebt?"

Ergänzen Sie jedes Muster um einen Satz Kontext, und die Antworten werden gezielter.

Braucht man Prompt Engineering noch?

Als eigene Disziplin immer weniger. Der Umgang mit KI wird zu einem Teil der normalen Medienkompetenz, ähnlich wie E-Mail oder Tabellenkalkulation. Was bleibt, ist das Prinzip aus diesem Artikel: Geben Sie der KI den Kontext, den sie nicht selbst finden kann.

Weiter mit der Prompt-Bibliothek

Alle Prompts aus dieser Videoreihe finden Sie in unserer Prompt-Bibliothek, die mit jedem Video wächst. Fünf Beispiele für den Projektalltag stehen im Artikel 5 Fragen an Ihren Projektplan. Am meisten lernen Sie, wenn Sie es an Ihrem eigenen Projekt ausprobieren. Ein guter Startpunkt ist das Beispielprojekt Produktlaunch Phoenix. Wie Sie Ihren KI-Assistenten verbinden, zeigt der Artikel Welcher KI-Client passt zu Ihnen?

Haben Sie Fragen zu diesem Blogartikel oder möchten darüber diskutieren, freuen wir uns auf Ihren Beitrag bei uns im Forum.

Häufige Fragen

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist die Nachricht, die Sie einem KI-Assistenten schreiben. Das kann eine kurze Frage sein oder eine ausführliche Anweisung mit Kontext und gewünschtem Ergebnis.

Brauche ich einen Kurs in Prompt-Engineering?

Für Fragen an Ihren Projektplan nicht. Aktuelle Modelle verstehen auch locker formulierte Fragen. Wichtiger als jede Formel ist, dass Sie der KI den Kontext geben, den sie nicht selbst kennt.

Wofür steht RACE?

RACE steht für Role, Action, Context und Expectation, auf Deutsch Rolle, Aufgabe, Kontext und Erwartung. Die Merkhilfe hilft, einen Prompt vollständig aufzubauen.

Muss ich immer alle vier RACE-Bausteine verwenden?

Nein. Wenn Sie sich nur zwei merken wollen, dann Kontext und Erwartung. Sie verändern die Antwort am stärksten. Eine Rolle hilft manchmal, ist bei aktuellen Modellen aber selten entscheidend.

Warum antwortet die KI auf „Wie läuft das Projekt?“ so allgemein?

Die KI kennt über den MCP-Server Ihren Plan, aber nicht Ihren Anlass. Sie weiß nicht, ob Sie die Antwort für ein Gespräch mit der Geschäftsführung, den Wochenbericht oder Ihre eigene Übersicht brauchen. Deshalb antwortet sie breit. Ein Satz Kontext macht die Antwort gezielter.

Kann die KI meinen Prompt selbst verbessern?

Ja. Hängen Sie an Ihre Frage den Satz an, dass die KI den Prompt vor der Antwort verbessern und Ihnen zeigen soll. Prüfen Sie den Vorschlag, korrigieren Sie falsche Annahmen und ergänzen Sie, was fehlt.

Muss ich meine Prompts auf Englisch schreiben?

Nein. Aktuelle KI-Assistenten verstehen deutsche Prompts gut und antworten auch auf Deutsch.

Funktionieren die Prompts mit jedem KI-Assistenten?

Die Prompts selbst schon. Damit die KI Ihren Plan aus Merlin Project lesen kann, muss der Assistent aber über den MCP-Server mit Merlin Project verbunden sein. Wie das geht, beschreibt die MCP-Dokumentation.

Projekte planen, die wirklich funktionieren.

Eine App für Ihren Projektplan, nativ auf allen Apple-Geräten.