Glossar
Crashing
Verdichtung, Terminverkürzung durch Mitteleinsatz
Crashing verkürzt die Projektdauer, indem zusätzliche Ressourcen auf Vorgänge des kritischen Pfads gesetzt werden. Die Ablauflogik bleibt unverändert, die Kosten steigen.
Crashing gehört neben Fast Tracking zu den beiden klassischen Techniken der Terminverkürzung (engl. Schedule Compression). Typische Maßnahmen sind zusätzliches Personal, Überstunden, Wochenendarbeit oder das Zukaufen einer Leistung. Der Ablauf bleibt derselbe, nur die Dauer einzelner Vorgänge sinkt.
Ökonomisch entscheidend ist die Kostensteigung (engl. Cost Slope), also der Preis pro eingesparter Zeiteinheit:
(Crash-Kosten - Normalkosten) / (Normaldauer - Crashdauer)
Verkürzen Sie zuerst den Vorgang auf dem kritischen Pfad mit der niedrigsten Kostensteigung, dann den nächstgünstigen. Beachten Sie dabei drei Punkte:
- Nur der kritische Pfad zählt. Ein Vorgang mit Zeitfenster zu beschleunigen kostet Geld, ohne das Projektende zu verschieben.
- Nach jedem Schritt neu rechnen. Durch die Verkürzung kann ein anderer Pfad kritisch werden.
- Mehr Personal hilft nicht linear. Zusätzliche Personen brauchen Einarbeitung und Abstimmung. Bei bereits verspäteten Vorhaben kann das Projekt dadurch sogar später fertig werden, bekannt als Brooks' Gesetz.
Crashing kauft Zeit mit Budget, Fast Tracking kauft Zeit mit Risiko. In der Praxis kombiniert man beides und sichert das Ergebnis über eine Baseline und den Plan/Ist-Vergleich ab.