Statusbericht mit KI erstellen: direkt aus dem Projektplan

Für einen Statusbericht gehen die meisten den Plan Zeile für Zeile durch, schreiben Termine ab und formulieren daraus einen Text, der am nächsten Tag schon wieder veraltet ist. Alles, was in diesen Bericht gehört, steht aber bereits im Projekt. Mit dem MCP-Server von Merlin Project liest Claude den Plan direkt und schreibt den Bericht. Im Video läuft die Abfrage ungeschnitten. Hier finden Sie beide Prompts, den kompletten Bericht aus dem Video als Muster, eine Anleitung, wie Sie den Prompt an Ihre eigene Berichtsvorlage anpassen, und eine Routine zum Gegenlesen.

Das Video zum Artikel

Was gehört in einen Statusbericht?

Ein Statusbericht ist kein Protokoll aller Vorgänge. Er beantwortet die Fragen, die sich der Empfänger stellt, und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Wo stehen wir? Gesamtstatus als Ampel und Fortschritt in Prozent.
  2. Was ist erreicht? Abgeschlossene Meilensteine seit dem letzten Bericht.
  3. Was hängt? Vorgänge mit Verzug und ihre Auswirkung auf den Endtermin.
  4. Was kommt als Nächstes? Die nächsten Termine oder Meilensteine.

Dazu kommen zwei Angaben, die über die Qualität des Berichts entscheiden: der Empfänger, denn die Geschäftsführung liest anders als das Team, und der Stichtag.

Warum der Stichtag in den Prompt gehört

Ohne Stichtag rechnet Claude mit dem heutigen Datum. Wurde der Plan seit ein paar Tagen nicht gepflegt, wirkt dann vieles überfällig, was in Wahrheit nur noch nicht zurückgemeldet ist. Merlin Project führt dafür das Statusdatum des Projekts. Wenn Sie im Prompt schreiben, dass dieses Datum gilt, rechnet Claude Verzug und nächste Termine vom selben Punkt aus wie Merlin.

Pflegen Sie das Statusdatum nicht, nennen Sie den Stichtag direkt: „Stichtag ist der 6. Juli 2026.“

Der Prompt für die Geschäftsführung

Prompt: Wie erstelle ich einen Statusbericht für die Geschäftsführung?

Erstellen Sie aus dem aktuellen Projekt einen Statusbericht für die Geschäftsführung. Stichtag ist das Statusdatum des Projekts. Gliederung: Gesamtstatus mit Ampel und Fortschritt in Prozent, erreichte Meilensteine, Vorgänge mit Verzug und ihre Auswirkung auf den Endtermin, die nächsten drei Termine. Höchstens eine halbe Seite, sachlicher Ton, keine Vermutungen über Daten, die nicht im Plan stehen.

Zum Prompt in der Bibliothek ›

Der letzte Satz ist wichtig: „keine Vermutungen über Daten, die nicht im Plan stehen“. Er hält Claude davon ab, fehlende Informationen mit plausibel klingenden Sätzen aufzufüllen.

Das Ergebnis: der Bericht aus dem Video

So sah der Bericht für das Beispielprojekt aus, einen Produktlaunch mit fünf Phasen, zwanzig Vorgängen und acht Ressourcen. Ihre Antwort wird anders formuliert sein, die Gliederung bleibt dieselbe.

Statusbericht Produktlaunch Phoenix · Stichtag 06.07.2026

Gesamtstatus: Gelb · Fortschritt rund 60 %

Start- und Konzeptphase sind abgeschlossen, die Produktentwicklung ist bis auf den letzten Tag der Finalisierung erledigt. Das Launch-Event am 23.07.2026 ist nach aktuellem Plan nicht gefährdet. Gelb wegen eines Engpasses im Marketing ab 15.07. und fehlenden Puffers zwischen Website, Anzeigenkampagne und Soft-Launch.

Erreichte Meilensteine

  • Projekt-Kickoff (18.05.)
  • Konzeptfreigabe (10.06.)

Verzug und Auswirkung

  • Prototyp entwickeln: 4 Arbeitstage später fertig (26.06. statt 22.06.), Ist-Aufwand 10,8 statt 8 Personentage (+35 %). Die Nutzertests liefen teilweise parallel, das Projektende hat sich dadurch nicht verschoben.
  • Marktbriefing erstellen: Aufwand +20 %, ohne Folgen für Termine.

Nächste Termine

  • 14.07. Landingpage & Website fertig
  • 21.07. Soft-Launch
  • 23.07. Launch-Event

Auffällig ist die Begründung für Gelb: Der Verzug des Prototyps ist bereits aufgefangen, das Risiko liegt in den kommenden zwei Wochen. Genau diese Einordnung kostet von Hand am meisten Zeit, weil man dafür Termine, Abhängigkeiten und Ressourcen zusammen betrachten muss.

Die Fassung für das Projektteam

Das Team interessiert weniger die Ampel als die Frage, wer in den nächsten zwei Wochen was erledigt und wer auf wen wartet. Stellen Sie im selben Chat diese Folgefrage:

Prompt: Wie mache ich aus dem Statusbericht ein Update fürs Team?

Schreiben Sie denselben Stand als Update für das Projektteam: pro Ressource die Vorgänge der zwei Wochen ab dem Stichtag, offene Abhängigkeiten, auf die jemand wartet. Als Liste, ohne Ampel.

Zum Prompt in der Bibliothek ›

Für das Beispielprojekt ergibt das:

Team-Update ab 06.07.2026 (zwei Wochen)

Entwicklung

  • Produkt finalisieren: letzter Tag am 06.07.
  • Landingpage & Website: 07.–14.07.

Marketing

  • Content-Produktion: 15.–21.07.
  • Ads-Kampagnen aufsetzen: 15.–20.07. (parallel zur Content-Produktion)

PR & Kommunikation

  • Pressematerial & Fact-Sheet: 15.–20.07.

Projektleitung, Vertrieb

  • keine Vorgänge in diesen zwei Wochen; Soft-Launch am 21.07., Vertriebsschulung ab 22.07.

Offene Abhängigkeiten

  • Content, Anzeigen und Pressematerial warten auf die Website (14.07.).
  • Die Vertriebsschulung wartet auf die Content-Produktion.

Weil Claude die Projektdaten im Chat bereits gelesen hat, kommt die zweite Fassung ohne erneute Abfrage. Ändert sich der Plan, stellen Sie beide Fragen einfach noch einmal.

Den Prompt an Ihre Berichtsvorlage anpassen

Die meisten Unternehmen haben eine feste Berichtsstruktur. Übertragen Sie diese in den Prompt, Abschnitt für Abschnitt:

Abschnitt Ihrer Vorlage So formulieren Sie ihn im Prompt
Management Summary „Beginnen Sie mit drei Sätzen Gesamteinschätzung.“
Termine „Liste der Meilensteine mit geplantem und erwartetem Datum.“
Budget „Geplante gegen tatsächliche Kosten je Phase, sofern im Plan hinterlegt.“
Risiken „Vorgänge mit Verzug auf dem kritischen Pfad als Risiko formulieren.“
Ressourcen „Ressourcen, die in den nächsten zwei Wochen über 100 % verplant sind.“
Entscheidungsbedarf „Was muss der Empfänger in den nächsten zwei Wochen entscheiden?“

Je genauer der Prompt Ihrer Vorlage folgt, desto weniger müssen Sie danach umsortieren. Speichern Sie Ihre fertige Fassung zum Beispiel als Projektanweisung in Claude Desktop, dann bleibt jeder Bericht gleich aufgebaut, und Sie können Woche für Woche vergleichen.

Gegenlesen in zwei Minuten

Die KI schreibt, Sie unterschreiben. Bei Berichten an Kunden oder an die Geschäftsführung lohnt eine kurze Stichprobe:

  • Ein verspäteter Vorgang: im Plan auswählen und geplantes Ende und Ist-Ende im Inspektor vergleichen. Im Beispiel: geplant 22. Juni, fertig am 26. Juni.
  • Der nächste Meilenstein: Datum mit dem Gantt abgleichen.
  • Die Ampel: Passt sie zu Ihrer eigenen Einschätzung? Wenn nicht, fragen Sie Claude, woran es die Bewertung festmacht, und schärfen Sie im Prompt nach, was für Sie Gelb und Rot bedeutet.

Stimmen die Stichproben, stimmt in aller Regel auch der Rest, denn alle Angaben stammen aus derselben Quelle.

Was Sie dafür brauchen

Merlin Project mit installiertem MCP-Server, ein über „KI-Tools“ freigegebenes Projekt und einen unterstützten Client wie Claude Desktop. Falls Sie Merlin Project noch nicht nutzen: Merlin Project kostenlos testen. Wie die Einrichtung funktioniert, zeigt der Artikel Merlin Project mit Claude verbinden. Der Server läuft lokal, liest nur und ist nicht aus der Ferne erreichbar. Zum Ausprobieren eignet sich das Beispielprojekt Produktlaunch Phoenix.

Haben Sie Fragen zu diesem Blogartikel oder möchten darüber diskutieren, freuen wir uns auf Ihren Beitrag bei uns im Forum.

Häufige Fragen

Welche Daten liest Claude aus meinem Projekt?

Claude fragt über den MCP-Server Vorgänge, Meilensteine, Ressourcen, Termine und Ist-Werte ab, dazu das Statusdatum. Zugriff hat Claude nur auf Projekte, die Sie in Merlin Project über „KI-Tools“ freigegeben haben.

Kann Claude dabei meinen Plan verändern?

Nein. Der MCP-Server liest nur. Claude kann weder Vorgänge anlegen noch Termine verschieben oder etwas in Ihrer Projektdatei speichern. Der Bericht entsteht ausschließlich im Chat.

Bleiben meine Projektdaten auf meinem Mac?

Der Server selbst läuft lokal und ist nicht aus der Ferne erreichbar. Die Daten, die Claude für den Bericht abfragt, verarbeitet aber das Sprachmodell Ihres Clients, bei Claude Desktop also Anthropic. Wenn die Daten den Mac gar nicht verlassen sollen, nutzen Sie ein lokales Modell, wie im Artikel LM Studio und Merlin Project beschrieben.

Warum sieht meine Antwort anders aus als der Musterbericht?

Die KI formuliert jede Antwort neu, auch bei gleichem Plan und gleichem Prompt. Die Gliederung bleibt, weil sie im Prompt festgelegt ist, die Formulierungen ändern sich. Wenn Sie Wert auf eine feste Form legen, beschreiben Sie diese im Prompt genauer, zum Beispiel mit der Tabelle oben.

Was mache ich, wenn mein Projekt kein Statusdatum hat?

Dann nennen Sie den Stichtag direkt im Prompt, etwa „Stichtag ist der 6. Juli 2026“. Ohne Stichtag rechnet Claude mit dem heutigen Datum, und nicht zurückgemeldete Vorgänge erscheinen als überfällig.

Kann ich mich auf die Zahlen im Bericht verlassen?

Alle Angaben stammen aus Ihrem Plan, Claude rechnet aber selbst damit, etwa bei Verzug in Arbeitstagen oder Abweichungen in Prozent. Prüfen Sie deshalb vor dem Versand zwei, drei Angaben im Plan, wie im Abschnitt zum Gegenlesen beschrieben. Der Satz „keine Vermutungen über Daten, die nicht im Plan stehen“ im Prompt verhindert, dass Claude Lücken mit erfundenen Angaben füllt.

Funktioniert das auch auf Englisch oder mit anderen Clients?

Ja. Schreiben Sie in den Prompt, in welcher Sprache der Bericht erscheinen soll. Und jeder Client, der den lokalen Merlin-Server unterstützt, kann den Bericht erstellen. Welche das sind, steht in der MCP-Dokumentation.

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