Glossar
Little's Gesetz
Littlesches Gesetz, Little's Law
Little's Gesetz verknüpft drei Größen eines jeden Arbeitssystems: Die Durchlaufzeit einer Aufgabe entspricht der Menge gleichzeitig offener Arbeit geteilt durch den Durchsatz. Wer mehr parallel startet, ohne schneller fertigzustellen, verlängert damit jede einzelne Aufgabe.
John D. C. Little hat den Zusammenhang 1961 für Warteschlangen bewiesen. Er gilt unabhängig davon, wie die Arbeit priorisiert wird, wie lange einzelne Vorgänge dauern oder wie ungleichmäßig Aufträge eintreffen. Das macht ihn für Projekte belastbar.
Die Formel lautet:
Durchlaufzeit = Work in Progress ÷ Durchsatz
Work in Progress (WIP) ist die Zahl der begonnenen, aber nicht abgeschlossenen Aufgaben. Der Durchsatz ist die Zahl der Aufgaben, die pro Zeiteinheit fertig werden. Von den drei Größen lässt sich der Durchsatz kurzfristig kaum steigern, der WIP dagegen sofort senken. Das macht die Begrenzung offener Arbeit zum einzigen Hebel, der ohne zusätzliche Kapazität wirkt.
Dieselbe Kapazität, zwei Arbeitsweisen
Ein Team schafft 2 Aufgaben pro Woche. Die Balkenlänge ist die Durchlaufzeit einer Aufgabe.
4 Aufgabengleichzeitig
Durchlaufzeit 2 Wochen. Die ersten vier Ergebnisse liegen nach Woche 2 vor, die übrigen vier folgen bis Woche 4.
8 Aufgabengleichzeitig
Durchlaufzeit 4 Wochen. Alle acht Ergebnisse kommen erst am Ende, vorher ist nichts nutzbar.
WIP ÷ Durchsatz
Die Formel unterstellt konstanten Durchsatz. In der Praxis fällt er mit steigendem WIP, weil Rüstzeiten und Wiedereinarbeitung nach jedem Kontextwechsel dazukommen. Der beschriebene Effekt tritt in der Realität also stärker auf, als die Rechnung ihn ausweist.
Umgesetzt wird die Begrenzung über eine feste Obergrenze offener Aufgaben, im agilen Umfeld als WIP-Limit je Spalte oder je Person. Im klassischen Terminplan ist das Pendant die Zahl gleichzeitig laufender Vorgänge und die Auslastung der beteiligten Ressourcen. Zwei parallele Balken sind nur dann wirklich parallel, wenn zwei Personen daran arbeiten können.