Glossar
Contouring
Arbeitsverteilung, Arbeitsprofil
Contouring beschreibt, wie sich die Arbeit einer Ressource über die Dauer eines Vorgangs verteilt. Statt an jedem Tag denselben Aufwand anzusetzen, bildet die Kontur ab, wann wirklich wie viel gearbeitet wird.
Die meisten Planungswerkzeuge verteilen Arbeit standardmäßig gleichmäßig: 40 Stunden auf 10 Tage ergeben 4 Stunden pro Tag. In der Praxis läuft kaum ein Vorgang so ab. Eine Konzeptphase beginnt intensiv und flacht ab, eine Abnahme zieht erst gegen Ende an, ein Bauabschnitt fährt hoch und wieder herunter. Contouring bildet genau diesen Verlauf ab.
Gängige Konturen und ihre typischen Einsatzfälle:
- Gleichmäßig (flat): konstanter Aufwand pro Tag, der Standardfall für Routinearbeit.
- Front-loaded: Schwerpunkt am Anfang, etwa bei Analyse, Konzeption oder Setup.
- Back-loaded: Schwerpunkt am Ende, etwa bei Test, Abnahme oder Fehlerbehebung.
- Glocke (bell): langsamer Hochlauf, Spitze in der Mitte, Auslauf am Ende. Typisch für Bauabschnitte oder Kampagnen mit Anlauf- und Abbauphase.
- Doppelspitze (double peak): zwei Aufwandsspitzen in einem Vorgang, etwa Aufbau und Rückbau einer Messe.
Der Nutzen liegt in der Auslastung: Eine realistische Kontur zeigt Überlast dort, wo sie wirklich entsteht, und schafft Kapazität dort, wo der Durchschnittswert nur rechnerische Auslastung ausweist.
Als eigenes Feld führen längst nicht alle Werkzeuge eine Kontur. Microsoft Project kennt dafür das Arbeitsprofil, Merlin Project hat derzeit kein solches Feld: Dort bilden Sie eine Kontur ab, indem Sie den Vorgang in mehrere Teilvorgänge zerlegen und je Abschnitt eigene Werte für Arbeit und Dauer eintragen. Das Ergebnis zeigt die Ansicht Zuweisungen mit der Darstellung Arbeitsverteilung tagesgenau.
Wie Sie Contouring zusammen mit Fast Tracking einsetzen, zeigt der Beitrag Fast Tracking und Contouring in der Praxis.