Richard Joerges am 28. Juni 2011
Eine Präsentation über das Gründen eines neuen Unternehmens (aka Start-up), auf deren erster Folie steht “so you wanna do a startup, eh bwahahahahahahahahahahahaha…sucka…“, kann doch eigentlich nur gut sein. Oder?
Um es vorweg zu nehmen: Ja, sie ist gut! Wenn sich auch so manch zartes Gemüt von der, sagen wir mal…, hemdsärmeligen Sprache abgeschreckt fühlen mag, die Sache ist so ernst, dass drastische Worte schon mal sein dürfen. Auf alle Fälle ein Must-see für jeden, der an Selbständigkeit und Unternehmensgründung denkt.
Abgesehen vom sehr guten Inhalt wird mir bei dieser Präsentation auch deshalb so warm um`s Herz, weil sie letztendlich auf Apple`s legendäre Think-Different-Kampagne hinaus läuft. Und die ist es wiederum, die mich einst zum überzeugten Macianer gemacht hat: “Here’s to the crazy ones. The misfits. The rebels. The troublemakers…“. Ich geb`s ja zu, das ich durch gute Werbung beeinflussbar bin.
Tags: Tipps, Unternehmensgründung
Frank Blome am 10. September 2010
In der Presse war’s zu lesen. Jetzt startet Bento auch im Projektmanagement durch. Von Anfragen interessierter Kunden und der eigenen Neugierde getrieben, habe ich das kostenlose Paket herunter geladen und getestet. Voraussetzung für den Einsatz des Projektmanagers ist Bento 3, was mit knapp 40 € schon ein Schnäppchen ist.
Ein erster Test brachte die Wahrheit schnell ans Licht. Das ist kein Projektmanager, sondern eine lose Datensammlung zum Thema Projekte. Nur ein paar Beispiele:
An dieser Stelle habe ich dann den Test abgebrochen und versucht mir vorzustellen, wie man ein Projekt mit diesem Werkzeug managen will. Auch hierbei bin ich zu keiner Lösung gekommen. Daher ist mein Fazit sehr hart.
Liebe Damen und Herren von Filemaker. Ich finde diese Vorlagen gefährlich! Nicht, weil ich Angst vor neuem Wettbewerb habe. Ganz bestimmt nicht, denn wer diese Vorlagen einsetzt ist definitiv kein Kandidat für Merlin, unserer Projektmanagement-Software. Ich befürchte viel mehr, dass Anwender, die mit dem “Bento 3 Projektmanager” Schiffbruch erleiden, einen schlechten Eindruck vom Projektmanagement als solches bekommen.
Richard Joerges am 5. Mai 2010
Wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt, dann zeigt vermutlich ein Video mehr als tausend Bilder. Wie auch immer: Gerade wenn es darum geht anschaulich zu demonstrieren wie ein Programm funktioniert, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu geben oder einfach für ein Aha-Erlebnis zu sorgen, ist ein Video genau das richtige Medium.
Deshalb gibt es seit kurzem den ProjectWizards Youtube-Channel. Sie finden dort zum einen diverse Demos, zum anderen ein paar anschauliche Screencasts zu verschiedenen Merlin-Funktionen. Stay tuned, das Video-Angebot wird beständig ausgebaut.
Richard Joerges am 29. April 2010
Heute habe ich, ob Sie es glauben oder nicht, ein wenig Bibelforschung betrieben. Und das kam so: Zunächst einmal habe ich in meinem RSS-Reader einen Blog-Beitrag mit dem Titel “The Ten Commitments” gefunden. Ganz klar eine Abwandlung von “The Ten Commandments”, den zehn Geboten. Und siehe da, da hat sich tatsächlich einer den Spaß gemacht, die zehn christlichen Gebote in “Bekenntnisse” (commitments) für Projektmanager umzumodeln.
Ich fand das ganz witzig – und auch gar nicht so falsch – und habe mich an eine Übersetzung gewagt. Nun wusste ich aber, dass die Angelsachsen, je nach Bekenntnis bzw. Kirchenzugehörigkeit, die zehn Gebote gerne anders nummerieren als wir hier. Wieder einmal komme ich nicht umhin Wikipedia über den grünen Klee zu loben, denn sowohl im englisch- als auch deutschprachigen Eintrag zu den zehn Geboten gibt es eine ausführliche Tabelle mit den unterschiedlichen Zählweisen. So war mir schnell klar, dass der Autor wohl einen römisch-katholischen Hintergrund hat und die Nummerierung mit der hier üblichen Zählweise übereinstimmt.
Hier also meine Übersetzung der zehn Gebote für Projektmanager:
1. Du sollst kein anderes Projekt neben dem aktuellen Projekt haben.
Das Projekt, an dem du gerade arbeitest muss für dich das wichtigste Projekt der Welt sein. Das hilft dir fokussiert zu bleiben.
2. Du sollst den Namen des Projektes nicht missbrauchen.
Das Projektziel muss dir, deinem Team und allen Stakeholdern klar sein.
3. Gedenke, dass du die Deadlines heiligst.
Deadlines sind immer schneller da, als man denkt. Sorge dafür, dass sie klar sind und an alle Beteiligten kommuniziert wurden.
4. Du sollst deinen Chef und deine Sponsoren ehren.
Wenn du deine Arbeit gut machst, geht es auch deinem Chef und deinen Sponsoren gut. Und wenn es denen gut geht, fällt es auf dich zurück und man wird dir dankbar sein.
5. Du sollst nicht dein Projekt morden.
Du musst alles notwendige dafür tun, dass dein Projekt erfolgreich abgeschlossen wird. Es ist dein Job!
6. Du sollst nicht deinem Projekt untreu werden.
Konzentriere dich auf dein Projekt und mache nicht andere Projekte schlecht, die du vielleicht lieber gehabt hättest.
7. Du sollst nicht stehlen anderer Leute Ideen.
Honoriere und unterstütze gute Ideen anderer Leute, aber mache sie nicht zu deinen Ideen. Das ist unmoralisch und unethisch und fällt irgendwann auf dich zurück.
8. Du sollst dem Projektteam gegenüber kein falsches Zeugnis geben.
Auch nach Entscheidungen, die zu suboptimalen Ergebnissen geführt haben, sollst du zu deinem Team stehen.
9. Du sollst nicht begehren deines PM-Kollegen Ressourcen.
Du hast doch deine Ressourcen richtig geplant. Oder? Brauchst du dennoch Unterstützung aus anderen Projektteams, dann halte für die Anforderung den formalen Weg ein und klaue nicht einfach Mitarbeiter anderer Projektteams. Denn das schädigt den Erfolg des anderen Projekts. Und auch das wird irgendwann auf dich zurückfallen.
10. Du sollst nicht begehren deines Teams Erfolg.
Hat das Team einen Meilenstein erreicht, lass es wissen, was für einen guten Job es gemacht hat. Selbst unter deinem glorreichen Management gehört der Erfolg dem Team.
Anmerkung: Ich habe versucht in der Diktion der zehn Gebote zu bleiben, was allerdings nicht immer ganz geglückt ist. Falls also jemand eine bessere Formulierung findet, oder allgemein eine Anregungen bzw. Meinung hat, nur her damit.
Tags: Inspiration, Know-how, Tipps
Richard Joerges am 22. Februar 2010
Seit letzten Freitag steht bekanntlich das aktuelle Merlin 2.7.6 zum Download bereit. Solch ein Service- oder Point-Release dient normalerweise lediglich dazu, kleine Korrekturen und Verbesserungen den Anwendern zu Gute kommen zu lassen. Dieses mal haben die Merlin-Entwickler aber auch eine kleine, dennoch feine neue Funktion integriert, über die sich viele Projektmanager freuen dürften.
Es geht um den so genannten CSV-Export. Damit lassen sich Merlin-Projektdateien so aufbereiten, dass sie sich beispielsweise von einem Tabellenkalkulations-Programm wie Excel lesen lassen. Das Problem dabei: Die Dauer eines Vorgangs wurde bislang alphanumerisch angegeben. Also beispielsweise “16 Tage”. Das ist zwar grundsätzlich richtig so, erschwert allerdings Projektmanagern die Weiterbearbeitung der Daten. Schließlich braucht Excel reine Zahlenfelder um mit ihnen rechnen zu können.
Merlin 2.7.6 erleichtert Ihnen jetzt die Arbeit, in dem Sie schon beim Export festlegen können, dass die Dauer auf Wunsch rein numerisch gespeichert wird. Zusätzlich können Sie auch noch die Einheit frei wählen. Von Sekunden, über Minuten und Stunden bis hin zu Tagen, Wochen, Monaten und Jahren.
Und so geht’s: Unter Ablage/Exportieren… klicken Sie auf CSV. Hier steht Ihnen dann in der letzten Zeile das Auswahlfeld “Feste Einheit für Dauern” zur Verfügung. Klicken Sie es an, wählen Sie die passende Einheit und schon kann es los gehen mit dem “rechnenden” Export (siehe Bild unten).

Tags: CSV, Export, Grundlagen, Tipps
Richard Joerges am 14. Dezember 2009
Wenn in englischsprachigen Blogs Tipps zum Projektmanagement gegeben werden, dann sind sie – leider – meistens eher trivial. Um so mehr hat es mich gefreut, als ich den Beitrag “72 Project Management Tips” von Alec Satin entdeckt habe. Im Unterschied zum sonst Üblichen, sind die Tipps dieses mal wirklich gut, zumindest in ihrer Gesamtheit. Denn erstens richten Sie sich an aktive Projektmanager und zweitens handelt es sich weniger um Tipps, als um Fragen. Diese helfen dem Leser ihren Job bzw. die Qualität ihrer Arbeit zu hinterfragen. Lesenswert!
Tags: Tipps
Richard Joerges am 8. Dezember 2009
Projektmanagement hat logischerweise viel mit Zeitmanagement zu tun. Ein Projektmanager, der sein persönliches Zeitmanagement nicht im Griff hat… Nun ja, er wird zumindest auf Akzeptanz-Probleme stossen. Aber was ist gutes Zeitmanagement und wie setzt man es um? Es gibt dazu zig Methoden und Kniffe, vom ABC-Prinzip nach Eisenhower, über GTD bis hin zu Pomodoro, nur um einige zu nennen.
Aber letztendlich geht es doch nur um die richtige Planung, den Willen und eiserne Disziplin. Das beweist zumindest Ramit Sethi, der zeigt, wie er ein gigantisches Arbeitspensum bewältigt und trotzdem jeden Tag lediglich von 8:30 bis 17:30 Uhr arbeitet. Moment werden Sie sagen. Das sind doch neun Stunden! Sicher, aber sein tägliches Sportprogramm und das regelmäßige Schreiben für seinen Blog finden in diesem Zeitraum ebenfalls statt.
Seine Fallstudie ist jedenfalls sehr lesenswert für alle, die auch nur ab und zu das Gefühl haben, nicht genug Zeit zu haben.
Tags: Ressourcen, Tipps
Richard Joerges am 3. Dezember 2009
Dass Twitter in der Kommunikation mittlerweile eine gewichtige Rolle spielt, dürfte sich herumgesprochen haben. Auch das Merlin-Team twittert: twitter.com/merlinpm. ProjectWizards-Geschäftsführer Frank Blome finden Sie dort ebenfalls, und zwar unter twitter.com/fblome. Meine Wenigkeit schließlich gibt seine Gedanken und twitter.com/rjoerges preis. Auch unseren Freund Stefan Hagen vom Projektmanagemant-Blog finden Sie auf Twitter, nämlich unter twitter.com/stefan_hagen.
Aber es gibt noch wesentlich mehr Projektmanagement auf dem erfolgreichen Microblogging-Dienst. Ich habe deshalb mal das Listen-Feature von Twitter genutzt, um alle mir bekannten, deutschsprachigen Accounts zusammenzustellen, die sich mit Projektmanagement beschäftigen oder von Projektmanagern stammen: twitter.com/rjoerges/projektmanagement.
Eine weitere Anlaufstelle für Projektmanagement auf Twitter ist das Hashtag #pmot (project management on twitter). Hashtags sind Stichwörter oder Markierungen, nach denen Tweets thematisch durchsucht werden können. Das geht am besten mit einem guten Twitterclient oder der Twitter-Suchfunktion. Auf das #pmot-Hashtag haben sich übrigens englischsprachige Projektmanager geeinigt, um so auf ihre Tweets aufmerksam zu machen, die sich mit Themen rund um das Projektmanagement beschäftigen.
Bleibt nur noch eine Frage: Auf welches Hashtag wollen wir uns einigen? Das Tag sollte möglichst kurz und prägnant sein. Für meinen Geschmack ist beispielsweise #pmot_de ein wenig zu lang. Wie wäre es mit #pmde?
Tags: Kommunikation, Tipps
Richard Joerges am 30. November 2009
Gemeinhin sagt man, dass der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen folgender ist: Erfolgreiche Menschen kommen nach einem Fehlschlag schneller auf die Beine und sie lernen aus ihren Niederlagen. Weniger Erfolgreiche hingegen lassen sich von Niederschlägen desillusionieren und lernen nicht aus ihren Fehlern. Soweit so gut.
Letzte Woche habe ich dazu einen passenden Beitrag im Handelsblatt gefunden. Es geht dort um die Forschungen von Holger Patzelt am Max-Plank-Institut für Ökonomik. Laut Handelsblatt ist einer seiner gegenwärtigen Forschungsschwerpunkte das Scheitern:
… Wir haben zum Beispiel in einem neueren Forschungsprojekt festgestellt, dass man aus Fehlern nicht lernt, wenn man sich schlecht fühlt. Techniken, mit denen man diese negativen Emotionen in Griff bekommt, helfen jedoch Lernen und Motivation zu fördern. Wir haben herausgefunden, dass Mitarbeiter sich weder allein auf ihre zurückliegenden Fehler konzentrieren noch ausschließlich nach vorne blicken sollten. Sie sollten zwischen den beiden Themen hin- und herpendeln, damit sie genug aus den Fehlern lernen, aber auch ihre Motivation zurückerobern.
Denken Sie also daran, wenn mal eines Ihrer Projekte nicht erfolgreich abgeschlossen wird: Scheitern kann auch eine Chance sein. Übrigens forscht Holger Patzelt laut des Handelsblatt-Artikels besonders gerne in Unternehmen der biochemischen Industrie. Dort scheitern bis zu 90 Prozent der Projekte!
Tags: Tipps
Richard Joerges am 24. November 2009