Richard Joerges am 29. Juni 2010
Der Erfolg eines Projektes hängt maßgeblich von der Zusammensetzung der beteiligten Teams ab. Was aber, wenn es genau daran hapert? Ein wunderbares und sehr unterhaltsames Beispiel dafür, liefert der ehemalige BMW-Chefdesigner Chris Bangle in seiner Präsentation auf der TED-Conference 2002.
Als Designer ist er durchaus nicht unumstritten. Immerhin hat er den 7er BMW mit dem unsäglichen Rucksackheck zu verantworten. Auf der anderen Seite hat er auch ein paar echte Design-Highlights geliefert (Fiat Coupe, Mini, Range Rover) und so ganz nebenbei ist BMW unter seiner Ägide zu einem der weltweit erfolgreichsten Luxus-Wagen Hersteller avanciert. Als er Anfang 2009 BMW verließ, übernahm einer seiner Schüler, nämlich Adrian van Hooydonk das Design-Zepter beim bayerischen Autohersteller.
Zurück zur Präsentation von Chris Bangle. Im rund zwanzigminütigen Video spricht er zunächst über die Kunst des Autodesigns. Ab etwa der Hälfte stellt er dann das Projekt “Deep Blue” vor. Dabei sollte, wir schreiben das Jahr 1996, der amerikanische SUV neu definiert werden. Was später daraus geworden ist, kennen wir übrigens als BMW X5.
Der springende Punkt dabei: Es wurden zwei Teams auf die Aufgabe angesetzt. Ein Designer-Team, das in die USA geschickt wurde und ein Ingenieurs-Team, das von München aus an dem Projekt arbeitete. Nach drei Monaten sollten sich dann die beiden Gruppen zusammensetzen und gemeinsam ihre Ideen und Visionen vor dem Management präsentieren. Das ging dann aber zunächst gründlich schief. Der Grund: Ingenieure waren es gewöhnt, Probleme zu lösen, die von Designern aufgeworfen wurden. Doch die warfen zunächst Nichts. Statt dessen sollten die Ingenieure selbst ihre Probleme schaffen…
Wie das ganze dann doch noch gut ausgegangen ist, zeigt das sehr unterhaltsame Video:
Tags: Personalführung, Team
Richard Joerges am 21. April 2010
Trotz der 140 Zeichen Beschränkung ist Twitter eine Fundgruppe für Themen rund um das Projektmanagement. So brachte mich gestern ein Tweet von Projektlotse auf eine Diskussion in Xing, die mir wiederum ein vollkommen neues Know-how rund um Scrum und Co, eröffnet hat: Spiele und Übungen, mit deren Hilfe man die Funktionsweise agiler Methoden verdeutlichen bzw. lernen kann. Optimal für Seminare und Workshops mit Teams.
Eine Fülle solcher “Spiele” findet man beispielsweise auf dem Blog TaststyCupCakes. Ein weiteres, sehr anschauliches Spiel mit dem seltsamen Titel Elephant Carpaccio findet sich bei Alistair Cockburn. Immerhin einer der Verfasser des Agilen Manifests und Erfinder von Crystal.
Zu guter letzt gibt es dann auch noch das Ball-Point Game von Boris Gloger. Die Anleitung dafür gibt es hier, sowie auf dem Blog von Mark Summer.
Tags: Agiles Projektmanagement, Übung, Inspiration, Scrum, Spiele, Team
Richard Joerges am 19. März 2010
Auf der SXSW Interactive (gesprochen South by South-West) traf sich vom 12. bis 16. März die Internet- und Web-2.0-Branche. Unter den vielen Vorträgen gab es auch einen mit Verantwortlichen des Google-E-Mail-Dienstes Gmail.
Product-Manager Todd Jackson brachte dabei ein wunderbares, aber nicht ganz jugendfreies Zitat zu Gehör:
You can either be a shit funnel or a shit umbrella.
Eine Übersetzung spare ich mir.
Was er damit aber gemeint hat ist: Als Team-Verantwortlicher muss man seine Kollegen vor den herein prasselnden Ansprüchen, Wünschen und Anweisungen der Stakeholder schützen, damit sie sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können.
Der Hintergrund bei Gmail ist dabei, dass Google als Eigentümer natürlich ein riesiges Unternehmen mit zig Führungskräften ist. Und vermutlich meint jeder mitschwätzen zu dürfen. Gleichzeitig gibt es Druck von den Usern. Immerhin mehrere hundert Millionen! Gmail ist der drittgrößte E-Mail-Anbieter der Welt und bietet seinen Dienst in immerhin 53 Sprachen an. Das Gmail-Team selbst besteht dabei aus lediglich rund 100 Personen, verteilt über den ganzen Erdball. Darunter auch Zürich.
Tags: Projekt, Stakeholder, Team
Frank Blome am 4. Januar 2010
Da dreht man sich zu Weihnachten noch einmal um, und schon ist das neue Jahr bereits in vollem Gange. Nun ja, ganz so tief war der Winterschlaf dann doch nicht, aber wir haben uns schon eine kurze Auszeit gegönnt. Schließlich war das Jahr 2009 das bisher Aktivste in unserer noch jungen Geschichte.
Gleich zu Beginn des Jahres, im Januar 2009, standen wir auf der Macworld und haben dort dem interessierten Publikum unser Merlin iPhone vorgestellt.
Im Februar 2009 begann der Beta-Test von Merlin 2.7. Darin enthalten war auch die neue Version von Merlin Web. Ausserdem startete Merlin seine erfolgreiche Karriere bei Twitter. Es folgen unserem kleinen Zauberer bereits über 750 Leute.
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Tags: Blog, Dokumentation, History, Mac, Merlin, Merlin Buch, Merlin Server, Partner, Snow Leopard, Stakeholder, Team, Veranstaltung
Richard Joerges am 25. August 2009
Es gibt Projekte, die scheinen von Anfang an unter einem schlechten Stern zu stehen: Stakeholder mit gegensätzlichen – oder noch schlimmer, gar keinen – Interessen, Projektbeteiligte, die über die halbe Republik verteilt sind und damit es so richtig Spaß macht, ein viel zu niedriges Budget. Was tut man in solchen Fällen?
Zur Zeit habe ich genau ein solches Projekt an der Backe. Für mich bedeutet das zunächst vor allem eines: Mein Reise-Budget bis an seine Grenzen und darüber hinaus zu dehnen und von Stakeholder zu Stakeholder zu reisen. Dabei mühselige Überzeugungs-Arbeit leisten und ein Team bilden, das ursprünglich gar keines sein wollte.
Es zeigt sich, dass Projektmanagement in der Anfangsphase vor allem eines ist: PR für die eigene Sache. Allein die Tatsache, dass sich einer die Mühe macht persönlich vorbei zu schauen und mit guten Argumenten kommt, wird honoriert.
Gut! Jetzt habe ich also ein mehr oder weniger virtuelles Stakeholder-Sammelsurium. Wie bekommt man nun aber diesen “Sack Hummeln” (jeder zieht in seine eigene Richtung) unter Kontrolle? Ich habe mich zunächst einmal für ein Online-Tool entschieden und es scheint zu wirken. Es ist nahezu egal, welches Tool man verwendet, ob es nun Google-Apps, Zoho oder wie in unserem Fall Zcope ist.
Entscheidend ist vor allem eines: Die Schaffung eines gemeinsamen Platzes zum Hinterlegen von Dokumenten und Ideen, also ein virtueller Treff- und Identifikationspunkt. Wichtig dabei ist, dass diese Online-Tools nicht ein dezidiertes Projektmanagement-Programm ersetzen können und auch nicht sollen. Auch wenn sich manche davon mit dem Label “Projektmanagement” schmücken, ein Ersatz für ein Programm wie Merlin sind sie keinesfalls.
Jetzt, da die Stakeholder also an einem Strang ziehen – oder zumindest das Projekt tatsächlich unterstützen – steht die nächste Mammut-Aufgabe an: Die Realisierung des Projektes im Rahmen des Budgets. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Tags: Stakeholder, Team
Richard Joerges am 19. August 2009
Neulich habe ich wieder einmal im Blog von Scrum-Erfinder Jeff Sutheland gestöbert. Dabei bin ich auf einen interessanten Beitrag über die Position des Teams in einem Scrum-Prozess gestossen. Es geht dabei um die Definition von “Ready” im Sinne von bereit, analog zum Done, also fertig sein mit einer Aufgabe.
Der Hintergrund ist der: In Scrum ist normalerweise das Team der “Lieferant” und der Product-Owner der “Kunde”. Will heissen, das Team liefert das Produkt/die Funktionen, der Product-Owner nimmt ab. Ready dreht die Sache zunächst quasi ins Gegenteil.
Der Hintergedanke: Ein Team kann erst dann erfolgreich seine Arbeit tun, wenn es alles an Wissen und Ressourcen hat, um seine Arbeit gewissenhaft und erfolgreich zu erledigen. Es also bereit, sprich “Ready” für einen Sprint ist.
Serge Beaumont hat auf dem Xebia-Blog dazu einen interessanten und erschöpfenden Beitrag gepostet. Lesenswert! Vertiefende Literatur gibt es ausserdem in Form eines PDFs mit dem schönen Untertitel “Are you ready-ready to be done-done?“
Tags: Agiles Projektmanagement, Scrum, Team
Richard Joerges am 26. Juli 2009
Kennen Sie das auch? Projekt-Teams, die schwer zu managen sind, untereinander streiten und schwerer zu hüten sind als ein Sack voller Flöhe? Dann habe ich zum Trost ein schönes Video für Sie. Es handelt sich wieder mal um einen lustigen und ausserordentlich gut gemachten Werbefilm der Consulting-Firma EDS. Zum Hintergrund: Der deutschen Metapher “Einen Sack voller Flöhe hüten” entspricht im Englischen “Herding Cats“, also das Hüten von Katzen:
Tags: Personalführung, Ressourcen, Team, Video
Richard Joerges am 14. Mai 2009
Alles neu macht der Mai könnte das Motto bei den ProjectWizards lauten. Denn seit gestern erstrahlt nicht nur der MacPM-Blog in neuem Gewand, sondern es gibt auch zwei neue Produkte: Merlin 2.7 und Merlin Server stehen jetzt in der endgültigen Version bereit.
Über Merlin 2.7 müssen wir nicht viele Worte verlieren. Das erfolgreichste Projektmanagement-Programm für den Mac ist noch besser geworden, vor allem aber bietet es Anbindung an Merlin iPhone und den neuen Merlin Server. Und letzteres ist auch die zweite große Neuheit. Mit dem Merlin Server bricht für Mac-Anwender ein neues Zeitalter des kollaborativen Projektmanagements an.
Aber wer braucht eigentlich den Merlin Server und was sind die Vorteile?
Ganz einfach: Projektmanagement ist häufig Teamsache. Mehrere Leute arbeiten gemeinsam an einem Projekt, planen, steuern und kontrollieren die Fortschritte. Das können kleine Arbeitsgruppen oder ganze Unternehmen sein. Dafür ist es notwendig, dass mehrere Personen gleichzeitig Zugriff auf eine Projekt-Datei haben und diese auch ändern können, ohne dass es zu Konflikten kommt. Genau das leistet der Merlin Server.
Doch er kann noch mehr. Beispielsweise Projektdateien über das Web freigeben, damit verteilte Teams auch von ausserhalb Zugriff auf eine Projekt haben. Nicht zuletzt kann der Merlin Server auch das iPhone bedienen. Für die Einzelplatz-Version von Merlin sind dafür die beiden optionalen Module Merlin 2 Web-Sharing für 95 bzw. Merlin-iPhone-Sharing für 45 Euro notwendig.
Verglichen mit anderen Projektmanagement-Serverlösungen hat Merlin Server einen weiteren, sehr wichtigen Vorteil: Den Preis! Vergleichbare Lösungen kosten in der Regel ein Vielfaches davon. Dabei bietet die Merlin-Lösung das volle Leistungsspektrum professionellen Projektmangements, wie es sich erfahrene Projektmanager wünschen. Dazu gehört die geschliffene, mac-gemäßige Benutzeroberfläche genauso, wie all die vielen Tools, von der Ressourcen- und Kosten-Verwaltung bis hin zu verschiedenen Ansichten und dem guten Zusammenspiel mit externen Programmen.
Nicht zu vergessen ist die einfache und sichere Bedienung. Da der Server als OS X Systemerweiterung realisiert wurde, kann er vollständig über die Systemeinstellungen von OS X gestartet, gestoppt und konfiguriert werden. Dort wo andere Lösungen eine komlexe Server-Installation durch den Adminsitrator oder einen extrnen Dienstleister erforderlich machen, genügen beim Merlin-Server in der Regel wenige Mausklicks und schon steht die volle Merlin-Kraft ganzen Teams zur Verfügung.
Kurz: Teams, Arbeitsgruppen und ganze Unternehmen können mit Merlin Server jetzt ihre Projekte noch besser managen. Kollaboratives Projektmanagements at it`s best!
Ausführliche Informationen zum Merlin Server finden Sie hier und im Merlin Server Schnelleinstieg (PDF).
Tags: Arbeitsgruppen, Merlin iPhone, Merlin Server, Server, Team