Richard Joerges am 11. Juni 2010
Stefan Hagen hat auf seinem Blog die aktuellen Zwischenergebnisse seiner Umfrage “Herausforderungen im Projektgeschäft” veröffentlicht. Ich weiß noch nicht so recht, ob mich das Ergebnis einfach nur wundert, oder ob ich es – angesichts eigener Erfahrungen – eigentlich nicht genauso erwartet habe. Denn die größte Herausforderung ist laut Stefans Auswertung mit weitem Abstand: “Unklare Projektziele, unklare Aufträge“.
Man könnte ja nun meinen, dass man es in Unternehmen mit vernunftbegabten Wesen zu tun hat, die ihren Job verstehen oder zumindest definieren können, was und wie es getan werden soll. Aber weit gefehlt: Die Realität sieht so aus, dass Projekte – zumindest was meine Erfahrung betrifft – schon in der Definitionsphase zum Scheitern verurteilt sind.
Beruflich habe ich es sehr häufig mit Web-Projekten zu tun. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft mir ein Projekt mit ungefähr folgendem Auftrag angedient wurde: “Wir wollen für unsere Kunden/Mitarbeiter/Anwender eine Community aufbauen. Am besten so etwas wie Xing.”
Erst auf Nachfrage stellt sich heraus, dass man sich weder Gedanken gemacht, ob eine Community für die anvisierte Zielgruppe überhaupt Sinn machen würde, dass es keine Kommunikationsstrategie gibt und dass man die neuesten Entwicklungen in Punkto Social Media mit Trend in Richtung dezentraler Communities, aka soziale Netzwerke, vollkommen ausser Acht gelassen hat.
Dass ganze soll dann auch noch mit einem winzig kleinen Budget, das man aus dem Marketingtopf abgezweigt hat, realisiert werden. Ich sage dann meistens nur “Wenn ich so etwas wie Xing mit diesem Budget realiseren könnte, dann hätte ich das schon längst getan und würde mich jetzt irgendwo in der Karibik am Strand wälzen. Oder, wie Xing-Gründer Lars Hinrichs eine neue VC-Gesellschaft wie Hackfwd gründen…”
Das schlimmste aber: Nicht selten lassen sich solche Leute nicht davon abhalten, solch ein Projekt dennoch zu starten. Eines davon ist nach meiner Kenntnis wegen Erfolglosigkeit gerade auf dem Prüfstand und wird wohl demnächst eingestellt werden, ein anderes steckt immer noch in der Planungsphase. Vermutlich wird es dort auch noch lange Zeit bleiben….
Richard Joerges am 26. Oktober 2009
Sicher, man kann die Verhältnisse aus den USA nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen. Aber trotzdem ist es gut zu wissen: In der Liste der besten Jobs von CNN-Money steht der Beruf IT-Projektmanager immerhin an fünfter Stelle. Wer hätte gedacht, dass das mal ein Traumjob wird?
Ach ja, falls Sie jetzt wissen wollen, warum Projektmanagement ein toller Job ist, dann weiss ich das nach der Lektüre des CNN-Beitrags auch nicht so recht. Die Begründung läuft in etwa so: Man hat die Möglichkeit herauszufinden, wie man Spitzentechnologie implementiert und hat die Chance CTO mit einem Verdienst von 300.000 Dollar im Jahr zu werden. Und ich dachte, es liegt daran, dass man Dinge bewegen und mit interessanten Menschen zusammenarbeiten kann.
Richard Joerges am 14. Juli 2009
Dr. Eberhard Huber vom projekt (B)LOG hat 178 Software-Entwicklungsprojekte ausgewertet und erfreuliches festgestellt: Je stärker auf agile Methoden gesetzt wird, desto wahrscheinlicher ist, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wird. Seine Erkenntnis:
Die durchschnittliche Erfolgsquote aller Projekte liegt bei 28%. Werden einzelne der Scrum Elemente eingesetzt steigt die Quote an. Werden alle Elemente eingesetzt steigt die Erfolgsquote auf 58%. Zum Vergleich – Projekte, die keine der genannten Praktiken einsetzen, liegen bei 18%. Damit haben Scrum Projekte eine ca. 3 mal so große Erfolgsquote als Projekte ohne agile Elemente.
Tags: Agiles Projektmanagement, Scrum, Studien
Richard Joerges am 11. März 2009
Im Blog Guerilla Projektmanagement schreibt Autor Sven Rimbach über seine Erfahrungen bei der Suche nach einem Engagement als Projektmanager in Zeiten der Krise. Sein Fazit: Vor allem die angebotenen Tagessätze scheinen gesunken zu sein. Wobei unklar ist, ob das eine Auswirkung der Krise ist, oder ob die Firmen einfach nur die Umstände ausnutzen wollen.
Wie schlimm es tatsächlich werden kann, zeigt eine nicht repräsentative Umfrage unter den (internationalen) Lesern von pmStudent.com. 30 Prozent der befragten Projektmanager müssen mit Budget-Kürzungen bzw. weniger Projekten leben. Fast 20 Prozent gaben an, dass es Abstriche bei der Qualität durch Kürzungen von Ressourcen beziehungsweise geringer qualifiziertes Personal gibt. Bei rund einem Viertel der Befragten gab es Personalkürzungen in Projekten. Aber immerhin: Acht Prozent gaben an, keine Veränderungen bemerkt zu haben.
Frank Blome am 16. Januar 2009
Die Ergebnisse der GPM-Projektmanagement Studie 2008 erstaunen mich in einem Punkt. So steht im einleitenden Text:
Als wesentliches Merkmal für den Erfolg eines Projektes wurde aus den Kriterien Zeit, Kosten und Qualität am Häufigsten das Merkmal Qualität genannt. Kosten spielen für den Erfolg nur eine untergeordnete Rolle, während bei den Gründen für das Scheitern eines Projektes diese Kriterien annähernd gleich oft genannt wurden.
Da sieht man mal, wie gut es uns im letzten Jahr ging. Ansonsten habe ich keine Überraschungen feststellen dürfen. Eigentlich ist das Ergebnis der Hauptfaktoren für erfolgreiche Projekte erwartungsgemäß, wie auch der Kollege festgestellt hat:
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Tags: GPM, Kommunikation, Studien
Richard Joerges am 14. Januar 2009
Laut einer Studie der britischen Marktforschungsfirma Generator Research (Pressemitteilung) könnte Apple in den nächsten Jahren zum unangefochtenen Marktführer bei Smartphones werden. Der Marktanteil soll bis 2013 weltweit auf immerhin 40 Prozent steigen. Die Studie zeigt außerdem, dass Apple den bisherigen Marktführer Nokia vom Sockel stoßen könnte. Der Marktanteil der Finnen würde sich demnach von derzeit 40 auf nur noch 20 Prozent halbieren.
Zwei Fakten sprechen nach Meinung der Marktforscher dafür:
Letztendlich könnte das alles dazu führen, dass Apple bis 2013 rund 77 Millionen iPhones auf dem Markt hat. Voraussetzung dafür wäre aber aber eine breitere Modellpalette, die verschiedene Marktsegmente abdecken kann.
Ob die Zahlen tatsächlich so eintreffen, sei mal dahingestellt. Aber klar ist auch, dass Apple mit rund 10 Millionen abgesetzten iPhones jetzt schon zu den Schwergewichten unter den Smartphone-Anbietern gehört und die Zukunft für das Handy aus Cupertino mehr als rosig ist.
Nicht, dass wir jeder Studie bedingungslos glauben würden. Aber es ist schon eine kleine Bestätigung dafür, dass ProjectWizards mit Merlin iPhone auf das richtige Pferd setzen. Das Apple-Handy ist jetzt schon unter den Mac-Anwendern weit verbreitet. Wenn es aber in Zukunft auch noch die allgemein führende mobile Plattform weltweit sein wird, dann wird sicherlich auch der Bedarf nach dafür passenden Projektmanagement-Lösungen steigen. Merlin wird dann schon da sein.
Tags: Studien