Richard Joerges am 15. Februar 2010
Das Thema Projektmanagement und Social Media hatten wir ja schon des öfteren hier auf MacPM. Angesichts des Hypes um Googles neuesten Lifestream-Vorstoss Google Buzz ist es an der Zeit das Thema wieder einmal aufzugreifen.
Mit Buzz hat der Suchmaschinen-Riese einen vom ersten Tag weg erstaunlich gut aufgenommenen Twitter-Konkurrenten aufgelegt. So kolportieren es zumindest die Medien und diverse Social-Media-Experten. In Wirklichkeit ist Buzz allerdings eher das Gegenstück zum Lifestream von Facebook und dem guten alten Friendfeed. Letzteres wurde übrigens vor nicht allzu langer Zeit von Facebook gekauft.
Das interessante an Google Buzz ist, dass es auf den ersten Blick fast wie Friendfeed vor dessen letztem Redesign aussieht. Keine schlechte Entscheidung, denn in meinen Augen begann der Friendfeed-Niedergang (falls man davon überhaupt sprechen kann) mit der unsäglichen Umgestaltung im letzten Jahr.
Was zeichnet also Buzz aus? In meinen Augen vor allem das hier:
Viele sehen als Vorteil ausserdem, dass es in Google-Mail integriert ist. Funktional ist das eher zweitrangig. Schafft dem neuen Dienst aber von Anfang an eine riesige Userbase. Freilich führte das sofort zu einem Sturm der Entrüstung wegen des Datenschutzes, was sich allerdings beruhigt relativieren lässt, zumal Google nachbessert. Lediglich der Spiegel, mit seinem für ein angebliches Qualitätsmedium ungewohnt sensationslüsternem Ductus, hält Google Buzz vor allem wegen der angeblichen Datenschutz-Probleme für ein Desaster.
Wie auch immer, es bleibt die Frage ob Google Buzz eine Relevanz für Projektmanager hat? Dies lässt sich leider nur mit einem Jein beantworten. Auf der einen Seite ist ganz klar, dass es bessere Tools für die Kommunikation innerhalb eines Projekt-Teams gibt. Vom Instant-Messaging bis zu den Direct-messages in Twitter. Wenn Sie in Ihrem Team freilich in der Cloud arbeiten und vielleicht sogar Google-Mail nutzen, dann sollten Sie sich Buzz einmal anschauen, zumal Buzz-Nachrichten im Google-Mail-Posteingang erscheinen.
Freiberufliche Projektmanager, Berater und Blogger sollten ebenfalls einen Blick auf Buzz werfen. Als Reputationstool hat es durchaus seine Stärken. Wer das alte Friendfeed mochte, wird Google Buzz ebenfalls mögen, zumal der Zuspruch von Anfang an stimmt. Es steht ja “Google” davor.
Tags: Google Buzz, Kommunikation, Social Media, Twitter, Web 2.0
Richard Joerges am 20. Januar 2010
Marketing ist hier bei uns auf MacPM, wenn überhaupt, nur ein Rand-Thema. Aber zweifellos kann Marketing ein Projekt sein. Und gerade da ändert sich zur Zeit eine Menge. Herkömmliche Marketing-Methoden versagen zunehmend, weil sie ihre Zielgruppen nicht mehr erreichen. Gleichzeitig lauert im Web das “Gespenst” Social Media.
Eine wunderbare Präsentation dazu habe ich gerade auf Slideshare gefunden. Es geht darum, wie Marketing heute funktioniert. Die Präsentation ist übrigens auch wegen ihrer Form sehr interessant. Sehr zeitgemäß!
Tags: Marketing, Social Media
Richard Joerges am 11. November 2009
Eigentlich wollte ich das Thema Kommunikation im Zusammenhang mit Web 2.0 und Social Media auf diesem Blog für die nächste Zeit abgehakt haben. Aber offenbar ist das Thema heiss. So hat jetzt auch Jan A. Poczynek auf seinem Blog das Thema aufgegriffen. Allerdings mit einem anderen Tenor: Es geht um Geschwindigkeit, genauer gesagt Echtzeit-Kommunikation. Die Message: Kommunikation ist in Zukunft entweder schnell oder Geschichte.
Stefan Hagen interessiert sich für Google Wave als Projektmanagement-Tool. Ich habe das ja hier auf dem Blog schon einmal angeregt. Den Kommentaren auf Stefans Blog nach zu urteilen, herrscht diesbezüglich jedenfalls ein reges Interesse an dieser neuen Art der Kommunikation. Wenn also jemand Interesse hat, ich bin dabei. Dazu einfach hier einen Kommentar posten.
Zum Schluss und zur Auflockerung hier noch ein ganz besonderes, wie ich finde sehr inspirierendes Projekt von Volkswagen:
Tags: Google Wave, Inspiration, Kommunikation, Social Media, Video, Web 2.0
Richard Joerges am 10. November 2009
Dr. Eber Huber hat sich im projekt (B)log, ebenso wie wir vor kurzem, mit dem Thema soziale Medien bzw. Web 2.0 im Projektmanagement beschäftigt. Bekanntlich geht es im sozialen Web vor allem um Kommunikation. Vollkommen zu Recht verweist er dabei auf folgenden Punkt hin:
Wir warten immer noch auf die Lösung des Kernproblems. Informationsaustausch war noch nie ein Problem des Werkzeuges und wird nie durch den Einsatz eines Werkzeuges gelöst werden. Entscheidend ist die Bereitschaft jedes Mitarbeiters sein Wissen preis zu geben. Wissen bedeutet oft Produktivitätsvorsprung. Warum sollte ein Mitarbeiter seinem Kollegen eine Information geben, dass er besser und schneller arbeiten kann?
Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich Gelegenheit, mit dem Enterprise-2.0-Guru Dion Hinchcliffe über diesen Punkt zu reden. Interessanterweise vertrat er den Standpunkt, dass es für solch ein Problem keine Lösung gibt. Statt dessen muss man selbst mit gutem Beispiel voran gehen, ein paar “Kollaboteure” identifizieren und zusammen mit ihnen die Social-Web-Kommunikationskultur vorleben.
Das hört sich zwar gut an, ist in der Praxis aber alles andere als einfach. Ich weiß, wovon ich rede. Bei meinem letzten Projekt haben wir es – wegen der dezentralen Organisation mehr aus Notwendigkeit, denn aus Planung – genau so getan. Das Ergebnis war, dass eine Hälfte des Teams mehr oder weniger gut über Web-2.0-Tools kommuniziert hat und die andere nicht. Mit der Folge, dass es schnell zu unterschiedlichen Wissensständen im Projektteam und damit zu Missverständnissen und Fehleren kam. Letztendlich sind wir dann doch wieder bei der guten alten E-Mail und regelmäßigen, aber wegen der Anreise teueren Projektmeetings gelandet.
Tags: Kommunikation, Social Media, Web 2.0
Richard Joerges am 2. November 2009
Es dürfte kein Geheimnis sein, dass ich sehr viel von Social Media halte. Zur Erinnerung: Social Media nennt man Web-Dienste, deren Inhalte von den Nutzern erstellt werden. Dazu zählen soziale Netzwerke wie Xing oder Facebook genauso, wie Youtube, Flickr oder eben Twitter.
Allerdings bin ich durchaus Realist um zu wissen, dass Social Media nicht der große Heilsbringer sein kann und schon gar nicht um irgendwelche Probleme im Projektmanagement zu lösen. Klar verwende ich Twitter um mit Kollegen via Direct Message zu kommunizieren. Aber seien wir ehrlich, ein Chat-Programm wie iChat oder Skype erfüllt (in diesem speziellen Fall) die gleiche Aufgabe.
Ich bin auch ein großer Freund von Xing und Facebook. Aber um damit irgendwelche Projektmanagement-Aufgaben zu lösen? Nein, da gibt es andere, bessere Tools im Web-2.0-Universum.
Was ich sagen will ist: Social Media ist ein tolle Sache, aber nur am Rande für Projektmanagement interessant. Ein wesentlicher Punkt beim Projektmanagement und bei Social Media ist die Kommunikation. Und da leisten diese Medien wirklich erstaunliches von der One-to-one- über die One-to-view- bis zur Many-to-many-Kommunikation. Für Projektmanager ist das aber lediglich nur eine Option, oder einfach gesagt nur ein weiterer Kommunikationskanal.
Ich greife dieses Thema auf, weil sich in der Projektmanagement-Blogosphäre gerade eine heisse Diskussion um das Thema entwickelt. So gibt es auf der einen Seite die Verfechter von Social Media im Projektmanagement und auf der anderen Seite, diejenigen die das Thema ablehnen.
Mein Rat: Ganz locker bleiben, ausprobieren und wenn man zur Überzeugung kommt, es sei nützlich, es einfach verwenden. Und wenn nicht, dann ist das auch ok.
Tags: Kommunikation, Social Media, Tools, Web 2.0
Richard Joerges am 29. Oktober 2009
Tags: Knowledge-Management, Komplexität, Social Media, Web 2.0
Richard Joerges am 14. Oktober 2009
Bas de Baar, der Project Shrink, hat wieder einmal zugeschlagen. Dieses mal mit einer sehenswerten Präsentation über Social Media. Zugegeben, davon gibt es viele. Aber ausser dieser hier ist keine speziell auf die (Wissens-)Bedürfnisse von Projektmanagern ausgerichtet. Sehens- und Lesenswert:
Tags: Blog, Social Media, Web 2.0
Richard Joerges am 28. April 2009
Kein Zweifel, Twitter ist der große Hype. Das Problem dabei ist, dass viele diesen Kommunikationskanal nicht verstehen und ihn deshalb für eine Spielerei halten. Dabei gibt es durchaus gute Gründe zu twittern. Stichworte sind hier Reputations-Management, Marketing oder einfach nur der gute alte Spaß an der Freud. Für Projektmanager und Projektbeteiligte gibt es aber noch einen anderen Grund zu twittern: Osmotische Kommunikation. Darauf macht Bas de Baar in der PM-Toolbox aufmerksam.
Osmotische Kommunikation klingt zugegebenerweise ein wenig esoterisch. Die Wortschöpfung stammt von Alistair Cockburn. Er hat das Konzept der osmotischen Kommunikation erstmals in seinem Buch “Agile Software Entwicklung” beschrieben. Dahinter steckt einfach die Tatsache, dass man Gesprächsinhalte auch dann wahr nimmt, wenn man an einem Gespräch nicht aktiv teilnimmt, sondern einfach nur im gleichen Raum anwesend ist. In Alistairs Worten klingt das so:
“Osmotic communication means that information flows into the background hearing of members of the team, so that they pick up relevant information as though by osmosis. This is normally accomplished by seating them in the same room. Then, when one person asks a question, others in the room can either tune in or tune out, contributing to the discussion or continuing with their work.”
In der Tat ist hierfür Twitter tatsächlich fast optimal. Allerdings lässt sich ein ähnlicher Effekt auch mit jedem beliebigen Chat-Programm oder per IRC erreichen. Aber mit Twitter macht es natürlich mehr Spaß.
Eine ausführliche Erklärung der osmotischen Kommunikation im (agilen) Projektmanagement gibt es direkt auf Alistair Cockburns Website sowie bei Agile Modeling. Beides sind übrigens sehr lesenswerte Artikel, deren Lektüre für alle lohnt, die mehr darüber wissen wollen, wie Kommunikation zwischen Projektteilnehmern funktioniert!
Ach ja! Merlin twittert übrigens hier und die MacPM-Autoren hier und hier. Falls Sie uns also in ihre osmotische Kommunikation einbeziehen wollen, nur zu!
Tags: Agiles Projektmanagement, Kommunikation, Social Media, Twitter, Web 2.0
Richard Joerges am 2. April 2009
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Das WLAN auf dem Blogger-Kongress re:publica funktionierte auch am zweiten Tag nicht. Ich frage mich, ob das nun ein Armutszeugnis oder doch ein kleverer Schachzug war um die „reale“ Kommunikation zwischen den Teilnehmern zu fördern. Letzteres ist zumindest insofern gelungen, als dass ich mich mit dem Projektmanager Andreas Heilwagen unterhalten konnte. Er betreibt unter anderem den Blog Projekt Management Beratung und ist auch in diversen Gremien aktiv.
Wir sind hier auf der Blogger-Konferenz re:publica 09 in Berlin. Was hast du von hier mitgenommen, was für Vorträge hast du interessant gefunden?
Mangels Zeit konnte ich mir nur einen Vortrag herauspicken. Thorsten Feldmann und Henning Krieg haben eben in der Kalkscheune einen sehr informativen Workshop zum Thema Bloggen und Recht angeboten. Jetzt weiß ich endlich detailliert was ich wie bloggen darf und was teilweise von deutschen Gerichten für unsägliche Entscheidungen hinsichtlich Internet gefällt werden. Die besten Tipps werde ich gleich zu einem kurzen Beitrag verarbeiten. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr komplett dabei sein kann und mein Netzwerk im Bereich der Blogger ausbauen kann.
Du betreibst den Blog Projekt Management Beratung und bist auch sonst recht aktiv im Web. Wie wichtig ist Social Media für Projektmanager?
Leider ist der Einsatz von Social Media bisher viel zu wenig verbreitet. Projektmanager im Kontext eines Unternehmens sind eher Einzelgänger, was sicher auch der Konkurrenzsituation geschuldet ist. Netzwerke wie Xing sind aus meiner Sicht entscheidend für den langfristigen beruflichen Erfolg und besonders wichtig für Projektmanager. Sie müssen allerdings konsequent gepflegt werden und dürfen nicht zur Datensammlung verkommen. Mit dem Blog versuche ich gemeinsam mit meiner Co-Autorin Sandra Mian vor allem einen Mehrwert für die Leser im Projektmanagement-Bereich zu schaffen, u.a. durch aktuelle Neuigkeiten, Wissensvermittlung, Templates und das Wörterbuch. Daneben dient es der Weiterbildung und hat als Corporate Blog natürlich auch einen Marketingaspekt.
In konkreten Projekten sollten aus meiner Sicht z.B. Wikis zur langfristigen Dokumentation, Blogs für Ankündigungen und Erfolgsmeldungen und Foren für Diskussionen genutzt werden. Twitter stehe ich eher kritisch gegenüber da der Informationsgehalt pro Nachricht eher gering ist, der Aufwand mir insgesamt aber hoch erscheint. Für verteilte Teams mag Twitter interessant sein, allerdings wird Twitter wohl aussterben, wenn das neue Geschäftsmodell tatsächlich umgesetzt wird und man dann von Leuten, denen man nicht followed, zugemüllt werden kann. Zwischendurch habe ich persönlich mit dem Gedanken gespielt mit Twitter zu beginnen, die Idee des neuen Geschäftsmodells hat mir dann allerdings gezeigt, dass die Monetarisierung in Bereiche vorstösst, zu denen ich keinen Bezug habe.
Tags: Agiles Projektmanagement, BMBOK, PMI, Scrum, Social Media, Web 2.0
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