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Let`s go west: ProjectWizards eröffnen Filiale in den USA

Richard Joerges am 1. Juni 2010

Es ist so weit: Heute, am 1. Juni startet unser US-Tochterunternehmen ProjectWizards Inc. Als Geschäftsführer und kompetenten Partner konnten wir unseren langjährigen Freund Dave Prior gewinnen. Damit startet für die ProjectWizards ein neues Kapitel, denn bislang wurden die US-Kunden lediglich durch eine Handels-Dependance bedient.

Aber warum überhaupt eine amerikanische Tochterfirma gründen? Wir wollen an unseren US- Kunden genauso nah dran sein, wie an unseren europäischen und deutschen Kunden. Das heißt auch, dass wir native Speaker als Ansprechpartner vor Ort haben möchten und dass wir jemanden brauchen, der den amerikanischen Projektmanagement- und Softwaremarkt wie seine Westentasche kennt. Und natürlich wollen wir unser in Deutschland sehr erfolgreiches Schulungsangebot auch in den USA vorantreiben.

Mit Dave Prior haben wir dafür genau den Richtigen gefunden: Dave ist seit sechzehn Jahren professioneller Projektmanager und Projektmanagement-Berater, er war lange Zeit beim Project Management Institute (PMI) aktiv und dort auch im Vorstand der IT&T SIG. So ganz nebenbei ist er auch zertifizierter Scrum-Master und steht damit für die Verschmelzung alt hergebrachter und agiler Projektmanagement-Methoden. Aber noch viel wichtiger: Dave kennt Merlin wie kein zweiter, ist er doch schon seit der ersten Version Nutzer der erfolgreichen Projektmanagement-Software aus Deutschland.

Was ändert sich konkret? Für die nichtamerikanischen, und damit auch für die deutschsprachigen Nutzer überhaupt nichts. Melle in Deutschland bleibt nach wie vor Hauptsitz der Firma und auch bei den Ansprechpartnern im Support und Vertrieb wird sich nichts ändern. Unsere US-Freunde können sich jedoch über eine äusserst kompetente und rührige Vor-Ort-Vertretung in der Person von Dave freuen.

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Kanban ganz kurz erklärt

Richard Joerges am 19. April 2010

In einem früheren Posting habe ich versprochen, hier auf MacPM Kanban vorzustellen. Kanban kommt, wie viele andere neuartige Produktions-, Management- und Organisations-Ideen aus dem Toyota-Produktionssystem und dient der Organisation der Just-in-time-Produktion. Es bedeutet wörtlich übersetzt “Signalkarte”. Doch die Kartenidee hat im (Software-) Projektmanagement ausgedient, statt dessen wird mit Klebezetteln bzw. Haftnotizen gearbeitet. Die Idee ist folgende:

An einem Kanban-Board, das kann eine Tafel oder ein Whiteboard sein, werden die Prozessschritte (z.B. Planung, Programmierung, Implementation, Roll-out, etc. ) in Spalten angeordnet. Die Anforderungen, sprich Aufgaben, Features oder – Scrum lässt grüßen – Userstories werden horizontal angeordnet. Das heißt, das Kanban – sprich die Haftnotiz – wandert von Spalte zu Spalte bis der Aufgabe erledigt ist.

Damit die Teamarbeit reibungslos klappt, empfiehlt sich für jede Spalte eine zusätzliche “Erledigt”-Spalte. Diese hat unter anderem die Aufgabe, quasi als Auffangstation oder Zwischenspeicher zu dienen. Das ist notwendig, denn jede Station (repräsentiert durch die jeweilige Spalte) holt sich a) das Kanban selbst aus der vorhergehenden Spalte (Pull-Prinzip) und b) nur dann, wenn es Kapazitäten frei hat. Diese Kapazitäten werden vorher festgelegt. Mit anderen Worten: Man sieht sofort ob es Engpässe gibt und wenn ja, wo sie liegen. Nämlich dort, wo sich die Kanban-Zettel häufen.

Wichtig: Kanban ist keine Projektmanagement-Methode, sondern lediglich eine Organisationsform – quasi eine getunte To-do-Liste – und kann dem entsprechend mit Projektmanagement-Methoden wie etwa dem guten alten Wasserfall oder Scrum kombiniert werden. Klar, dass daraus sofort der Begriff Scrumban entstanden ist.

Kanban macht gerade in letzter Zeit nicht nur im Projektmanagement Furore, sondern auch als Tool für die Selbstorganisation und das Zeitmanagement. Das heißt dann Personal Kanban und ist quasi eine abgespeckte Form des Ganzen. Mehr dazu in einem späteren Blog-Posting).

Zugegeben, das hier ist eine arg verkürzte Beschreibung von Kanban. Falls Sie mehr darüber wissen wollen, hier ein paar deutschsprachige Ressourcen:

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Projektmanagement zwischen Hierarchie und Selbstorganisation

Richard Joerges am 15. März 2010

Noch nie war die Wirtschaft so schnelllebig wie heute. Produktzyklen werden schon längst nicht mehr in Jahren, sondern in Monaten und in Einzelfällen sogar in Wochen gemessen. Es gilt, nicht nur schneller, sondern auch innovativer als der Mitbewerb zu sein. Starre Hierarchien erweisen sich dabei oft als Hindernis. Denn Innovationskraft und optimale Arbeitsstrukturen können nicht immer von oben herab verordnet werden. Auf der anderen Seite ist die Selbstorganisation eines profitorientierten Unternehmens auch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Es müssen Ziele vorgegeben und Vorgänge kanalisiert werden.

Modernes, erfolgreiches Management muss sich deshalb zwischen hierarchischer “Diktatur” und kreativem Chaos bewegen. Im Projektmanagement sind das beispielsweise agile Methoden, wie etwa Scrum. Oben steht die Hierarchie (”Entwickelt mal das Produkt XYZ”) und unten die Selbstorganisation (”Wir entwickeln unseren Backlog selbst, und planen die Iterationen nach unseren Vorstellungen”).

Aber wo sind die Grenzen und wer sagt, dass nicht doch eines der beiden Extreme, also Diktatur oder vollständige Selbstorganisation, der erfolgreichere Weg ist? Schauen wir uns Unternehmungen als Ganzes an, beispielsweise unser aller Lieblings-Hardware- (und Software-) Hersteller Apple. Ein ausgesprochen hierarchisches und mit strenger, fast diktatorischer Hand, geführtes Unternehmen. Aber: Erfolgreicher als Apple kann man vermutlich momentan gar nicht sein.

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Zeichen für das Scheitern eines Projekts

Richard Joerges am 21. Januar 2010

Wenn ein Projekt schief gehen kann, dann geht es schief. Das interessante dabei ist, dass man als Projektmanager schon sehr früh spürt, ob ein Projekt zum Scheitern verurteilt ist oder nicht. Entsprechende Symptome machen sich meistens schon sehr früh bemerkbar. Das können beispielsweise sein:

  • Niemand fühlt sich für das Projekt richtig verantwortlich.
  • Kompetenzen sind nicht klar geregelt.
  • Die Stakeholder und Team-Mitglieder sind vor allem auf ihren eigenen Vorteil bedacht (Standing in der Firma), den anderen wird kein Erfolg gegönnt.
  • Niemand möchte sich “aus dem Fenster lehnen”, selbst triviale Entscheidungen werden in der Hierarchie eskaliert, es herrscht eine Atmosphäre der Angst vor.
  • Das Projektziel ist nicht klar definiert.
  • Die bereitgestellten Ressourcen sind nicht ausreichend.
  • Die Zeit ist zu knapp bemessen.

Die interessante Frage für mich ist, wie man als Projektmanager darauf reagiert? Läuft man sehenden Auges ins Verderben oder kann man schon in der Frühphase das Ruder herumreissen? Und wenn ja, wie macht man das?

Klar, die Aufgabe des Projektmanagers ist es, die Rahmenbedingungen zu prüfen und notfalls zu korrigieren, also den Erfolg des Projektes zu gewährleisten. Spürt er also, dass etwas nicht stimmt, muss er rechtzeitig auf den Tisch hauen und Korrekturen einfordern bzw. umsetzen.

In der Realität freilich, ist das leichter gesagt, als getan. Es gibt Unternehmen, die sind in ihren Strukturen so verkorkst, dass man besser einen Projektauftrag ablehnt, als sich darauf einzulassen.

Bas de Baar behandelt in seinem letzten Podcast ebenfalls unter anderem das Thema “Zeichen für das Scheitern von Projekten”. Hier ist ein kleiner Ausschnitt:

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Zeitplanung: Pro Stakeholder dauert es eine Woche länger

Richard Joerges am 8. Oktober 2009

So eben komme ich aus einem Meeting mit einem Software-Dienstleister. Die kleine, sehr spezialisierte Firma hat uns ein geniales, webbasiertes System vorgeführt. Schnell war klar, wir wollen das System haben, und zwar so schnell wie möglich. Mein Kollege fragt also: “Wie lange dauert es, das System einzurichten und an unser Unternehmen anzupassen?” Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: “Das hängt von der Zahl der Stakeholder ab. Mit einem Ansprechpartner zwei Wochen, und pro weiteren Stakeholder rechnen Sie eine Woche dazu”.
Ich bin vor Lachen beinahe vom Stuhl gefallen, ahnte aber schon, dass da etwas Wahres dran ist. Je mehr Leute mitschwätzen und ihr Ok geben müssen, desto langwieriger wird ein Prozess. Klar. Der Hammer aber ist, dass der Herr von der Softwarefirma seine Behauptung anhand vergangener Projekte nachweisen konnte. Zur Ehrenrettung aller “Stakeholder” sei aber angemerkt, dass die Firma vor allem im Ausland und dort im kommunalen Bereich aktiv ist. Und da mahlen die Mühlen dann halt etwas langsamer.

So eben komme ich aus einem Meeting mit einem Software-Dienstleister. Die kleine, sehr spezialisierte Firma hat uns ein geniales, webbasiertes System vorgeführt. Schnell war klar, wir wollen es haben, und zwar so schnell wie möglich. Mein Kollege fragt also: “Wie lange dauert es, das System einzurichten und an unser Unternehmen anzupassen?” Die Antwort kommt augenzwinkernd und wie aus der Pistole geschossen: “Das hängt von der Zahl der Stakeholder ab. Mit einem Ansprechpartner zwei Wochen, und pro weiteren Stakeholder rechnen Sie eine Woche dazu“.

Ich bin vor Lachen beinahe vom Stuhl gefallen, ahnte aber schon, dass da etwas Wahres dran ist. Je mehr Leute mitschwätzen und ihr Ok geben müssen, desto langwieriger wird es. Klar. Der Hammer aber ist, dass der Herr von der Softwarefirma seine Behauptung anhand vergangener Projekte nachweisen konnte. Zur Ehrenrettung aller “Stakeholder” sei aber angemerkt, dass die Firma vor allem im Ausland und dort im kommunalen Bereich aktiv ist. Und da mahlen die Mühlen scheinbar etwas langsamer. Oder etwa nicht?

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Besser managen: 50 Fragen von Tom Peters

Richard Joerges am 30. April 2009

Tom Peters: "Top 50" "Have Yous"Zu meinen Lieblings-Autoren im Bereich Management zählt von je her Tom Peters. Zugegeben, man muss seine “amerikanische” Art mögen. Aber seine BücherIn Search of Excellence“, “Re:Imagine!” und “The Circle of Innovation” fand ich immer sehr inspirierend. Tipp: Unbedingt die englischen Originale lesen. Auf Deutsch klingen seine Thesen und Empfehlungen meiner Meinung nach ein wenig hölzern und gewollt.

Auf seiner Website habe ich ein schönes PDF zum Download gefunden: “Top 50″ “Have-Yous”. Darin stellt er in gewohnter Manier 50 Fragen im Stile von “Haben Sie in den letzten zwei Tagen mit einem Mitarbeiter über die Deadlines der nächsten Schritte eines Projektes gesprochen?” oder “Haben Sie in der letzten Woche das Erreichen eines kleinen (oder großen) Meilensteins gefeiert?“. Es geht dabei nicht immer um Projektmanagement, sonder auch um Mitarbeiterführung und Management im Allgemeinen. Trotzdem, auch Projektmanager sollten sich mal die 50 Fragen ansehen. Wen da nicht das schlechte Gewissen packt, ist entweder ein Super-Manager oder hat mit Management überhaupt nichts am Hut.

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