Richard Joerges am 1. April 2009
Der erste Tag der Blogger-Konferenz re:publica 09 ist vorbei und während sich die anderen Besucher auf einem Konzert der Hamburger Gruppe Fettes Brot die Füße wund tanzen, sitze ich in meiner Unterkunft, lasse den Tag Revue passieren und schreibe ein wenig. Unglaublich aber wahr: Am ersten Tag der Blogger-Konferenz funktionierte das WLAN nicht. Wer keinen UMTS-Stick dabei hatte, hatte auch keinen Internet-Zugang. Hoffentlich wird das morgen besser.
Wie so häufig auf Kongressen sind nicht immer die gebotenen Vorträge am interessantesten, sondern das lockere Zusammensein in den Pausen. Zugegeben, heute war angesichts des schönen Wetters fast nur Pause angesagt. Aber das war gut so, denn dadurch konnte ich ein paar wirklich gute Gespräche führen. Natürlich auch über Projektmanagement.
Am spannendsten war natürlich die Frage – die Zielgruppe der re:publica bringt das mit sich – wie sich agile Methoden aus dem engen Raum der Software-Entwicklung in das Gesamtunternehmen integrieren lassen. Software-Entwickler, sofern sie überhaupt Projektmanagement betreiben, lieben Scrum, XP und alle anderen möglichen agilen Varianten. Nicht-Programmierer hingegen sind da eher reserviert. Das ist insofern schade, als dass die ganze Branche zwar von Enterprise 2.0 spricht, aber beim Projektmanagement immer noch an den althergebrachten, nicht-kollaborativen Methoden festgehalten wird. Ich frage mich, wann endlich dieser Knoten platzen wird.
Richard Joerges am 5. März 2009
So, drei Tage auf der Messe sind vergangen und es ist Zeit ein erstes Fazit zu ziehen. Thema Nr. 1 auf der CeBIT ist natürlich die Krise. Aber das Bild ist uneinheitlich. Während zwar weniger Hersteller als im letzten Jahr vor Ort sind, scheint die Zahl der Besucher eingermaßen zufriedenstellend zu sein. Nach einem recht lauen ersten Tag waren die Hallen zumindest am Mittwoch und Donnerstag so voll wie eh und je.
Vor allem gab mir die CeBIT aber die Gelegenheit mehr über die Ursachen und Gründe der Krise zu erfahren. Fast alle Hersteller mit denen ich gesprochen habe bestätigten mir unisono, dass es sich nicht um eine Wirtschafts- sondern vor allem um eine Kreditkrise handelt. Der Bedarf nach IT-Lösungen, egal ob Hard- oder Software sei nach wie vor ungebrochen. Ganz im Gegenteil. Es herrscht sogar ein riesiger Investitionsdruck seitens der Unternehmen. Viele IT-Bestände sind veraltet, neue Prozesse erfordern neue Software und nicht zuletzt sollten durch stromsparende Hardware auch die Betriebskosten gesenkt werden. Das Problem ist aber, dass die Unternehmen tatsächlich nicht die Kredite bekommen, um die Investitionen finanzieren zu können. Will heißen: Wären die Banken mit ihren durch staatliche Garantien abgesicherten Krediten etwas freigiebiger, dann würde es brummen.
Ein andere Erkenntnis: Macs sind die Arbeitsmittel der Wahl. War ich noch vor fünf Jahren im Pressezentrum der CeBIT einer der wenigen mit einem Mac, sind mittlerweile gefühlte 60 bis 70 Prozent der akkreditierten Journalisten, Sprecher und Blogger Mac-Anwender.
À propos Apple: Auch dieses Jahr wieder ist Apple nicht offiziell auf der CeBIT und ist dennoch auf vielen Ständen präsent. Selbst Windows-Anwendungen werden auf iMacs und Macbooks präsentiert. Auffallend und sehr positiv anzumerken ist, dass der Mac für viele Hersteller von Peripheriegeräten und Zubehör kein Exot mehr ist. Im Gegenteil! Häufig wird automatisch darauf hingewiesen, dass die ausgestellten Produkte Apple-kompatibel sind.
Zum Abschluss noch das schönste Zitat von der CeBIT, zugetragen von einem lieben Kollegen. Der hörte auf dem Stand eines bekannten Smartphone-Herstellers bei der Frage nach dem neuesten Modell folgende Antwort: „Ach, Sie meinen das iPhone-Ding?“ Ist doch auch schön, dass das iPhone langsam zum Gattungsbegriff wird.
Tags: CeBIT
Richard Joerges am 4. März 2009
Gestern habe ich ja schon angekündigt, dass ich mir heute auf der CeBIT den einen oder anderen Vortrag zum Thema Projektmanagement anhören werde. Vor allem „Aktuelle Trends bei Projektmanagement-Software“ von Dr. Mey Mark Meyer wollte ich unbedingt sehen. Schon allein um zu erfahren, ob Merlin im Trend liegt. Die gute Nachricht: Merlin ist absolut im Trend.
Im ersten Teil des Vortrag ging es zunächst um Features, die ganz andere Größenordnungen des Projektmanagements betreffen, als dies mit Merlin gemeinhin praktiziert wird. Stichworte sind hierbei Multiprojekt- und Portofolio-Management, konzernweite-Lösungen mit Anbindung zu ERP-Anwendungen und ähnliche Großkaliber.
Ein schönes, weil wahres Zitat, während dieses Teils des Vortrags lautete „Erst die Prozesse, dann die Softwareunterstützung. Denn die Software kann nicht das Konzept ersetzen“. Wie wahr…
In der zweiten Hälfte der rund einstündigen Präsentation wurde es dann schon interessanter. Gleich drei vom Referenten aufgezeigte Trends sind mir dabei besonders ins Auge gestochen:
Das erschreckende für mich ist, dass diese Punkte als Trend und nicht als Standard oder gar „Status Quo“ gelten. Wenn man bedenkt, dass Merlin beispielsweise seit der ersten Version Termine mit iCal synchronisieren kann. Oder dass es schon seit geraumer Zeit das Web-Interface gibt. Von der Benutzerfreundlichkeit einmal ganz zu schweigen, denn die steht ja bei Merlin als Mac-Programm per se ganz oben.
Tags: CeBIT
Richard Joerges am 3. März 2009
Erster Tag auf der diesjährigen CeBIT, die voll und ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise steht. Nicht, dass man davon in den Hallen etwas merken würde. Die sind am ersten Messetag traditionell noch nie wirklich überfüllt gewesen. Aber die Zahl der Aussteller zeigt es deutlich. Es sind rund ein Viertel weniger als im letzten Jahr. Statt 5.845 nur rund 4.300. Auch thematisch dreht sich vieles um Geld sparen und Effizienzsteigerung. Davon unberührt ist aber, dass die CeBIT nach wie vor die größte IT-Messe und damit der Branchen-Treffpunkt Nr. 1 ist.
Klar, dass auch das Thema Projektmanagement nicht zu kurz kommt. Allerdings beschränkt sich das Thema vor allem auf die Zielgruppe Mittelstand und Großunternehmen. Entsprechend zeigen die Aussteller eher integrierte Angebote im Rahmen von CRM- und ERP-Lösungen, als Einzellösungen für KMUs und Teams.
Viel spannender als die Stände der Aussteller ist für Projektmanagement-Interessierte unter Umständen das Konferenz-Programm, das sowieso auf der CeBIT eine immer wichtigere Rolle spielt. So veranstaltet der Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) morgen, am Mittwoch den 4.3. im Convention Center (CC) das bdvb-Forum. Dort gibt es gleich mehrere Vorträge zum Thema Projektmanagement. Das interessanteste dürfte sicherlich um 13.00 Uhr (Saal 12) der Vortrag von Dr. Mey Mark Meyer von der GPM sein. Es geht dabei um „Aktuelle Trends bei Projektmanagement-Software“.
Weitere Projektmanagement-Themen sind um 14.15 Uhr „IT-Projekte und Change Management verbinden“ sowie um 15.00 Uhr „Kooperatives Projektmanagement – Erfolgreich in Automotive, transferierbar in IT“. Wir sehen uns dort…
Frank Blome am 23. Februar 2009
Es passiert nicht oft, dass ich ein Restaurant empfehle. Zuletzt war das der Tadich Grill in San Francisco. Heute will ich nicht ganz so weit in die Ferne reisen. Das Ziel der Familie Blome war am vergangenen Wochenende Berlin. Wir hatten Karten für die Blue Man Group – die übrigens immer noch zu empfehlen sind.
Der eigentliche Star an diesem Abend war aber der Midtown-Grill im Marriot am Potsdamer Platz. Die Ansage “bestes Steakhaus in der Stadt” kann ich natürlich nicht verifizieren – so viel Zeit war leider nicht, hunderte von Steakhäuser in Berlin zu testen.
Was ich aber bestätigen kann, dass für mich nicht nur die Steaks, sondern auch die Flußkrebsfrikadellen ein echtes Erlebnis sind. Für den verwöhnten Gaumen findet sich sogar eine Spezialkarte mit diversen Steaks, die wirklich nicht alltäglich sind. Hier findet man neben dem Black Angus-, auch ein Bison-, Straussen- oder ein Wagyu-Steak. Bei letzterem war die Bedienung dann aber auch so fair uns unaufgefordert zu informieren, dass diese keine echten Kobe-Steaks sind (die werden nicht aus Japan exportiert), sondern eine spezielle Züchtung in Australien auf Basis eines Kobe-Rinds und einem Black Angus ist. Ein besonderes Bonbon gab es in diesem Zusammenhang für meinen Sohn. Damit er besser verstand, worum es in der Diskussion über Kobe-Rinder ging, holte die nette Dame kurzerhand ein Stück aus der Küche, die übrigens offen im Restaurant integriert ist, und zeigte es Marvin. Ich habe mich aber wieder an meinen Favoriten, dem Rib-Eye-Steak gehalten: Brilliant!
Überhaupt; die Bedienung und das Ambiente sind erstklassig. Von der ersten Ansprache beim Empfang bis zum Marshmallow-Grill, der mit der Rechnung gereicht wird, haben wir uns alle nicht nur wohl und gut versorgt gefühlt. Und auch die Creme Brûlée als Dessert… am Tisch gebrannt.
Der gesamte Abend war ein echtes Erlebnis! Danke, liebes Team vom Midtown-Grill!
Tags: Essen
Frank Blome am 13. Januar 2009
Noch leicht im Jet Lag, sitze ich wieder an meinem Schreibtisch und denke noch einmal über die vergangenen Tage in San Francisco nach. Spass hat es gemacht und anstrengend war es auch. Aber dieses mal lag über allem das War von Abschied in der Luft. Ich habe noch nie so oft die Frage nach dem nächsten Jahr gestellt oder bin danach gefragt worden. Es war unter den Ausstellern wahrscheinlich die Nummer 1. Das Ergebnis ist so eindeutig wie auch zu erwarten: Die meisten Aussteller werden 2010 zur Macworld nur als Besucher anzutreffen sein. Gleiches gilt wohl auch für uns.
Dabei war die Messe eigentlich ganz erfolgreich! Natürlich kamen nicht ganz so viele wie im letzten Jahr ins Moscone. Dieser Rekord wäre auch nur schwer zu toppen gewesen. Ich schätze mal so einen Anteil von 60-75% vom Vorjahr. Mal schauen was die offiziellen Zahlen sagen werden. Noch ist offiziell nichts bekannt.
Auch wir können uns nicht wirklich beklagen. Alle neuen Programme haben sich wacker geschlagen. Dafür, dass wir einen Pre-Beta von “Merlin iPhone” und “Merlin Server” gezeigt haben, hat es super geklappt. Natürlich ist noch der eine oder andere Bug aufgefallen, aber dafür liebe ich ja öffentliche Vorstellungen: Man testet in der eigenen Umgebung immer anders, als man etwas anderen vorführt. Aber etwas Zeit ist ja noch…
Eine andere Sache, die extrem erfolgreich angenommen wurde, waren unsere T-Shirts. Sie wurden uns teilweise aus den Händen gerissen! Dezent und aber mit klarer Aussage, haben wir sie natürlich auch alle Tage getragen. Hier sind Dave Prior und John Shoemaker noch bei den letzten Aufbau-Korrekturen:

Trotzdem konnte ich noch einige für uns in Deutschland retten! Daher jetzt und exklusiv für alle MacPM-Leser gilt folgende und…
Die ersten 20 Leser, die auf ihrer Webseite einen Link auf unser Blog anlegen und eine Mail an office@projectwizards.net mit der eigenen Web- und der Post-Adresse senden, erhalten ein ProjectWizards T-Shirt in der Größe L (Large) frei Haus. Diese T-Shirts werden nicht wieder neu aufgelegt, sondern waren exklusiv nur für die letzte (echte) Macworld und sind damit jetzt schon ein echtes Sammlerobjekt!
Tags: Macworld, Messe, USA, Veranstaltung
Richard Joerges am 12. Januar 2009
Es ist wieder einmal geschafft, die ProjectWizards haben eine weitere, erfolgreiche Macworld Expo hinter sich gebracht. Es war die erste seit langem ohne Apple-Chef Steve Jobs. Obendrein hat sich Cupertino mit neuen Produkten sehr zurückgehalten. Aber was des einen Leid, ist des anderen Freud. So standen die Produkte der Aussteller vielleicht etwas mehr im Fokus des Interesses als es sonst der Fall ist.
Die ProjectWizards konnten sich jedenfalls eines regen Interesses für Merlin erfreuen. Besonders die Beta von Merlin für das iPhone schlug ein wie eine Bombe. Sogar Yahoo-News berichtete begeistert über die mobile Variante des Projektmanagement-Programms.
Tags: Macworld
Richard Joerges am 7. Januar 2009
Gute Nachrichten aus San Francisco: Die Macworld Expo ist gut besucht und am Stand der ProjectWizards geben sich die Merlin-Interessenten die Klinke in die Hand. Das besonderes Highlight: Eine Beta-Version von Merlin für das iPhone. Dazu später mehr an dieser Stelle.
Ansonsten machte sich unter den Apple-Fans Ernüchterung breit. Die gestrige Apple-Keynote, zum ersten mal seit langem ohne Steve Jobs, wird allgemein als Enttäuschung angesehen. Denn die erwarteten Produkt-Highlights blieben aus. Weder wurde ein “iPhone nano” noch ein neuer Mac mini vorgestellt. Nicht einmal neue Displays wurden präsentiert. Statt dessen gab es neue Versionen von iLife und iWork (inklusive einer Online-Version), neue Preismodelle und den Wegfall des DRM im iTunes-Store. Ausserdem wurde ein neues 17-Zoll MacBook Pro vorgestellt.
Letzteres ist in meinen Augen durchaus bemerkenswert, weil es das erste Apple-Notebook mit einer neuartigen Akku-Technologie ist. Die neuen Kraftspender sollen aufgrund einer ausgeklügelten Elektronik und diverser anderer Maßnahmen nicht nur viel Power liefern, sondern auch bis zu dreimal so lange halten wie herkömmliche Akkus. Erkauft wird das freilich dadurch, dass sie nicht vom Anwender getauscht werden können. Angesichts der versprochenen rund 1.000 Ladezyklen ist das meines Erachtens verschmerzbar. Denn normale Akkus werden schon nach rund 400 Zyklen unbrauchbar.
Für Projektmanager ist das neue, mit 2.499 Euro nicht ganz billige, 17-Zoll MacBook Pro auf jeden Fall eine Überlegung wert: Das große Display mit einer Auflösung von immerhin 1920 x 1200 Bildpunkten bietet viel Platz auch für umfangreiche Merlin-Projektdateien.
Wer will, kann sich die Apple-Keynote als Quicktime-Movie ansehen.
Frank Blome am 4. Januar 2009
Nach einem guten Tag (viel gelaufen, entspannt und die Englisch-Kenntnisse aufgefrischt) in San Francisco gehört ein gutes Essen. Heute stand mir der Sinn nach Steak.
Natürlich gibt es hier viele und sehr gute Steak-Häuser, wie Mortons, Chris Ruth’s und andere mehr. Ersteres ist natürlich für den traditionellen Macworld-Abschluss reserviert. Aber wenn man alleine durch San Francisco wandert, ist sein ältester Grill erste Wahl: Tadich Grill.
Seit 1849 am Start, ist Tadich bekannt für einen guten Fisch und ein hervorragendes Steak am Tresen (es gibt aber auch normale Tische). Die Örtlichkeit ist einfach klasse und einige Kellner vermitteln sogar den Eindruck, seit dem ersten Tag dabei zu sein
Aber im ernst, wenn ich schon über 30 Minuten vom Hotel bis zum Restaurant laufe, muss der Laden schon etwas bieten – und genau das ist bei Tadich’s der Fall!
Und was macht man anschließend? Natürlich nimmt man das Cable Car vor der Haustür von Tadich bis zur Powell Street und wechselt dann zur gleichnamigen Linie bis zur O’Farrell Street, um dann nach ein paar Schritten im Hotel zu sein. Immer wieder ein tolles Erlebnis.
Richard Joerges am 3. Januar 2009
Mit einem lachendem und einem weinenden Auge geht es zur Macworld Expo in San Francisco. Denn zum einen ist die Bay-Metropole immer eine Reise wert, zum anderen wird dieses Jahr wohl die letzte Macworld Expo so wie wir sie kennen, stattfinden. Denn ab 2010 wird Apple nicht mehr dabei sein. Zwar hat der Veranstalter angekündigt die Messe weiter ausrichten zu wollen, aber ohne Unterstützung aus Cupertino wird es wohl auf Dauer schwierig werden. Steve Jobs hat sogar schon für dieses Jahr abgesagt. Es wird die seit langem erste Macworld ohne eine Keynote von ihm sein. Statt dessen wird sein Vize Phil Schiller den Zeremonienmeister geben. Wir werden sehen, wie er sich schlagen wird.
ProjectWizards-Chef Frank Blome ist jedenfalls schon in Kalifornien gelandet und schickte uns ein per iPhone gemachtes Foto vom Anflug auf San Francisco mit Blick auf die Golden Gate Bridge.