Richard Joerges am 25. Mai 2011
Gerade eben bin ich in Verlegenheit geraten, jemandem die SWOT-Analyse erklären zu müssen. Normalerweise denke ich darüber nie groß nach, denn ich benutze seit Jahren eine alte, mittlerweile nach Keynote importierte PowerPoint-Vorlage dafür. Da ich diese gerade nicht zur Hand hatte, griff ich auf die gute alte Wikipedia zurück. Ich wusste, dass dort die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiko-Analyse gut beschrieben ist.
Allerdings ist der entsprechende Wikipedia-Eintrag mittlerweile sehr umfangreich und vor allem sehr genau geworden. Das ist auf der einen Seite gut, auf der anderen fehlt jetzt ein gewisser Praxisnutzen. Vor allem die aktuell im deutschen Wikipadia-Eintrag verwendete SWOT-Matrix finde ich zwar wissenschaftlich richtig, aber für Praktiker und Einsteiger ins Thema kaum nachvollziehbar. Gut dass es im Wiki-Commons-Fundus auch die unten stehende Grafik von Daniel Endres gibt, die meiner Meinung nach viel näher an der Praxis ist.
Richard Joerges am 18. Mai 2011
Ist unser aller liebster Computer-, Smartphone-, MP3-Player-, Software- und Tablet-PC-Hersteller, aka Apple, doch eine Religion? Wenn wir hier in good old Germany das BBC-Fernseh-Programm empfangen könnten, dann wüssten wir es spätestens seit gestern. Denn da wurde im ehrenwertesten aller britischen Fernsehprogramme die erste Folge der Reihe Secrets of the Superbrands mit Schwerpunkt Technologiekonzerne ausgestrahlt.
Ein Fazit ist der Sendung war:
Der Erfolg von Super-Marken wie Apple wird befeuert durch Sex, Religion und Klatsch!
Da mag man als Apple-Fan schon mal ein lautes WTF ausrufen! Oder ist da vielleicht doch etwas Wahres dran? In einem Beitrag auf der BBC-Website schreibt jedenfalls der Komiker und Autor der Sendung Alex Riley:
Der Bischoff von Buckingham – der die Bibel auf seinem iPad liest – erklärte mir einige Gemeinsamkeiten zwischen Apple und einer Religion. Und als ein Team von Neurowissenschaftlern mit Hilfe eines Kernspintomografen einen Blick in das Gehirn eines Apple-Fans warf, schien es, dass der Bischoff nicht ganz unrecht hat. Die Ergebnisse zeigten, dass Apple tatsächlich die gleichen Gehirnareale stimuliert wie religiöse Bilder.
Nun ja, zumindest mit einem haben die Wissenschaftler sicherlich recht: Auch bei mir wird das Hirn durch die Apple-Produkte stimuliert. Im Unterschied zu den unsäglichen Design-Fehlleistungen der anderen Computer-Hersteller, stimulieren mich Macs, iPads und Co. allerdings positiv und nicht negativ. Beflügeln also Tag für Tag auf`s neue meine Kreativität, Freude und meinen Spaß an gutem Design!
Bliebe noch zu klären, was es mit dem Sex auf sich hat. Die Antwort ist ganz einfach: Ohne die Sex- und Porno-Industrie kann sich eine neue Medien-Technologie bekanntlich kaum durchsetzen. Angeführt wird das Beispiel VHS und Betamax. Weil Sony schweinische Videos auf Betamax nicht duldete wich die Industrie zwangsläufig auf VHS aus, mit den bekannten Konsequenzen für den technisch deutlich besseren Sony-Standard. Da sind wir aber mal froh, dass die Sex-Industrie das iPad und Co. besonders gern hat. Wer weiß mit was wir dann so arbeiten müssten…
Tags: Apple-Fans, BBC, Fernsehsendung
Richard Joerges am 16. Mai 2011
Ich weiß ja nicht, wie es bei Ihnen ist, aber ich gehöre zu den Leuten, die nie genug Zeit für ein Projekt haben. Nicht in der praktischen Umsetzung, sondern in der Planung. Egal wie ich es drehe und wende, zum Ende hin läuft mir die Zeit weg. Fange ich ausgehend vom Enddatum an, habe ich immer das Gefühl zu wenig Zeit für die einzelnen Schritte zu haben. Gehe ich hingegen von Aufgabe zu Aufgabe voran, landet das Enddatum viel zu weit in der Zukunft.
Der Grund dafür ist, dass ich mir immer viel zu viele Gedanken darüber mache, wie bzw. wann die Team-Mitglieder die gestellten Aufgaben bewerkstelligen können. Ich weiß ja, dass sie auch ohne das Projekt viel zu tun haben. Ja, ich weiß, dass das der falsche Ansatz ist. Schließlich wissen wir spätestens seit Hornbach, dass das Projekt das Ziel ist!
Trotzdem schadet es meiner Meinung nach nicht, die Arbeitsbelastung der Team-Mitglieder bei der Planung stärker zu berücksichtigen als es gemeinhin üblich ist. Alles andere führt nur zu Problemen. Entweder kommt es nämlich doch zu Verzögerungen oder man muss “den harten Hund” geben und vermiest sich dauerhaft die Arbeitsatmosphäre.
Tags: Projektplanung, Timeline, Zeitmanagement
Richard Joerges am 9. Mai 2011
Seit geraumer Zeit ist agiles Projektmanagement auch ausserhalb der Software-Branche hoffähig geworden. Nicht zuletzt, weil auch beispielsweise das PMI diesen “Gegenentwurf” zum hierarchischen Wasserfall-Modell im wahrsten Sinne des Wortes assimiliert hat. Leider wird mit dem Begriff “agile” – wie sollte es anders sein – auch viel Schindluder betrieben. Uns so bekommt so mancher Prozess das Label “agile”, nur weil einzelne Begriffe aus Scrum & Co. entlehnt sind.
Vergessen wird dabei gerne der eigentlich “revolutionäre” Grundgedanke dahinter: “Agile” zu sein bedeutet, dass nicht “die da oben” sagen wo es lang geht, sondern “diejenigen, die die tatsächliche Arbeit leisten”. Die Idee dabei ist, dass die ausführende Basis besser weiß was wie und in welcher Zeit zu leisten ist, als das praxisferne Management in den Führungsetagen.
Was auf den ersten Blick nach “linker Utopie” klingt, ist in Wirklichkeit auch ein gutes Stück kapitalistischer “Darwinismus”, (weiterlesen …)
Richard Joerges am 29. April 2011
Dass unser aller liebstes Betriebssystem OS X das beste der Welt ist, darüber sind wir uns ja wohl alle einig. Auch dass der Finder für die Navigation durch das Odnergewirr auf unseren Festplatten ungeschlagen ist, steht ausser Zweifel (oder?). Was Sie aber garantiert nicht wussten ist, dass man mit Hilfe des OS X Dateisystems und dem Finder eine wunderbare Liebeserklärung an seinen Lebenspartner machen kann. Stimmt’s?
Kreativdirektor Sean Ohlenkamp hat jedenfalls auf dem Mac seiner Frau, der Grafikerin Lisa Blonder, ein paar Ordner angelegt, die für sich sprechen…
Tags: Humor, Inspiration, Motivation, Video
Richard Joerges am 19. April 2011
Merlin, die erfolgreichste Projektmanagement-Software für den Mac wird mit der neuen Version 2.7.9. noch offener für die Zusammenarbeit mit anderen Programmen. An erster Stelle steht hier die Anbindung an die bei Mac-Anwendern besonders populäre Aufgabenverwaltungs-Software Things von Cultured Code. Auch die Zusammenarbeit mit dem marktführenden Windows-Projektmanagement-Programm MS Project wurde verbessert. Darüber hinaus sorgen diverse Verbesserungen “unter der Haube” für noch mehr Sicherheit und Stabilität bei der Programmausführung.
Davon haben alle Merlin- und Things-Anwender lange geträumt. Jetzt wird der Traum Wirklichkeit: Merlin und Things arbeiten zusammen. So lassen sich jetzt mit wenigen Mausklicks Merlin-Aktivitäten als Aufgaben nach Things exportieren. Im Gegenzug können Things-To-dos als Aktivitäten nach Merlin importiert werden. Auf diese Weise ergänzen sich die beiden in ihren jeweiligen Sparten marktführenden Programme nicht nur auf dem Papier, sondern ab sofort auch in der Praxis. Der Datenaustausch geht dabei dank Realisierung über Apple-Script-Workflows schnell und weitgehend selbsterklärend von der Hand.
Dazu ProjectWizards Geschäftsführer Frank Blome:
Schon lange setzen wir auch intern für die Aufgabenverwaltung auf Things von Cultured Code. Da lag es nahe, die Anbindung von Things und Merlin voranzutrieben und auch unseren Kunden zugute kommen zu lassen. Wir freuen uns, dass es jetzt so weit ist. Das wird die Arbeit vieler Merlin-Anwender deutlich erleichtern, da sie ab sofort Aktivitäten und To-dos nicht mehr umständlich von Hand zwischen den Programmen übertragen müssen.
Tags: Anbindung, MS Project, Things
Richard Joerges am 15. April 2011
Da ich diese Woche bekanntlich in Berlin auf der re:publica unterwegs bin, hatte ich schon befürchtet nicht genug Inspiration für das Thema Projektmanagement zu erhalten. Dem war dann zum Glück nicht so. Los ging es heute Morgen im Hotel. Dazu muss man wissen, dass Berlin zwar chronisch pleite ist und ausser durch etwas Kulturbetrieb, ein wenig Medienindustrie und professionellen, politischen Lobbyismus seine Wirtschaftskraft vor allem aus den Töpfen der Bundesanstalt für Arbeit schöpft (Ok, das war jetzt gemein, aber Sie wissen was ich meine. Stichwort: Präkariat und Generation Praktikum), ansonsten aber aus dem Vollen lebt. Beispielsweise dadurch, dass hier gefühlt jeden Tag ein neues, total überkanditeltes Design-Hotel seine Pforten öffnet. (weiterlesen …)
Tags: Kontrolle, Management, Team, Vertrauen
Richard Joerges am 13. April 2011
Jedes Frühjahr lockt uns, die Blogger und Social-Media-Praktiker, die re:publica nach Berlin. Und so sitzen wir auch dieses Jahr in einem kalten, verregneten und sturmumtosten Berlin und diskutieren mit Freunden und Fachleuten über das Bloggen, das Internet, Twitter, Facebook & Co.
Zum Glück hat der Veranstalter dieses Jahr die thematische Bandbreite der re:publica vergrößert, so dass es jetzt auch Vorträge beispielsweise zu Gaming und, man höre, Design gibt. Gleich in der ersten Session ging es genau darum. Und während der Referent mit ausladeneden Gesten und weitschweifenden Worten versucht darzulegen, was Design ist, ertönt es neben mir:
Quatsch! Design ist zu 50 Prozent Projektmanagement und zu 50 Prozent Gestaltung!
Das tolle ist, dass dieser Satz aus dem Mund einer Designerin kam. Dem möchte ich gar nicht mehr hinzufügen.
Richard Joerges am 7. April 2011
Das Gute am Bloggen ist, dass man ab uns zu auch seinen eigenen Frust los werden kann. Wenn es um Projekte und Projektmanagement geht, sind bekanntlich Stakeholder mein Frustfaktor Nr. 1. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen den Stakeholder an sich. Für sich genommen sind das häufig ganz nette Menschen. Doch treten sie im Rudel auf, dann degeneriert ihr kognitives Leistungsvermögen sehr schnell auf die Intelligenzebene eines Casting-Show-Publikums. Damit können sie ein mit Elan gestartetes Projekt binnen eines einzigen Meetings vollkommen grundlos zum Stillstand bringen.
Gerade habe ich wieder so einen Fall. Es geht um ein Marketing-Projekt bei einem Logistik-Dienstleister, das von der zuständigen Abteilung als absolut notwendig erachtet wird und schon vor längerer Zeit problemlos das Go der Geschäftsleitung bekommen hat. Aus mir unerfindlichen Gründen habe ich es aber zugelassen, dass auch Abteilungsleiter angrenzender Bereiche mitreden dürfen. Ich dachte mir halt, viel hilft viel und man kann ja nie wissen, wessen Unterstützung man im Projektverlauf benötigen wird.
Was ich nicht bedacht habe ist, dass dieses Projekt in seiner Wirkung und Funktionsweise nur dann verstanden wird, wenn man entsprechendes Fachwissen mitbringt. Das haben in diesem Fall leider die meisten Stakeholder nicht. Sie sind hervorragende Techniker und Verkäufer, aber neue Formen des Marketings sind ihnen nicht nur fremd, sondern offenbar auch suspekt.
Jetzt ist es natürlich nicht so, dass es nicht im Vorfeld genug vorbereitende Präsentationen, Konzeptpapiere und belastbares Zahlenmaterial gegeben hätte. Aber wer hat schon Zeit sich diese vor einem Meeting nochmals zu Gemüte zu führen…? Und so artet fast jedes Meeting in eine Erklärbär-Session aus, anstatt dass substantielle Entscheidungen getroffen werden.
Verstehen Sie mich nicht falsch! Es ist eine wesentliche Aufgabe des Projektmanagers die Stakeholder bei Laune zu halten und sie zu Fürsprechern des Projektes zu machen. Aber wenn man zu viele Stakeholder hat, dann kann so eine Aufgabe nahezu unlösbar werden. Aber Besserung ist in Sicht: Die Osterferien stehen vor der Tür und damit die Urlaubszeit. Gut möglich, dass dadurch das Projekt ein ganzes Stück voranschreiten wird…
Tags: Kommunikation, Meeting, Stakeholder